Ausprobiert

Wie fühlt es sich an, täglich 16 Stunden nichts zu essen?

Im 34. Teil unserer Serie "Ausprobiert" testete unsere Praktikantin den Ernährungstrend "intermittierendes Fasten" auf seine Alltags­- und Trainingstauglichkeit.

Ausprobiert – 16 Stunden täglich nichts essen

Der Blick auf die Uhr und die Ge­danken ans Essen haben den Alltag nicht beeinträch­tigt, doch zu große Essenspausen können die Regene­ration behindern.

Bild: Marie Simons

Die Bedingungen:
1. Die Fastenphase dauert beim inter­mittierenden Fasten 16 Stunden, das „Essensfenster“ ist acht Stunden geöffnet.

2. Der Alltag wurde nicht umstrukturiert.

3. Es wurde weiterhin wie gewohnt trainiert.


Es soll Menschen geben, die morgens keinen Hun­ger haben – zu diesen gehöre ich nicht. Doch es war ganz allein meine Idee, das sogenannte „in­termittierende Fasten“ einmal selbst auszupro­bieren. Bei der gängigsten Methode nimmt man 16 Stunden lang (beispielsweise nach dem Abendessen) keine Nahrung zu sich, darauf folgen acht Stunden, in denen es kei­nerlei Einschränkungen gibt. In den sozialen Netzwerken ist dieser Ernährungstrend momentan besonders bei Sportlern weit verbreitet, und so war ich neugierig geworden. Ich wollte wissen, ob das Fasten einen Einfluss auf meine Leistungsfähig­ keit hat und mit Training und Alltag vereinbar ist.

Noch vier Stunden bis zur Mahlzeit: Die Laune ist erstaunlich gut

Tag eins – Montag. Wie gewohnt breche ich um 7:30 Uhr zu meiner Laufrunde auf. Auf dem Plan steht eine Stunde lockerer Dauerlauf, genügend Energie vom Abendessen habe ich noch. Nach dem Lauf sieht das schon anders aus, und mein Magen meldet sich. Bis zur nächsten Mahlzeit muss ich jetzt aber noch gute vier Stunden warten. „Selbst schuld“, denke ich und schiebe den Gedanken ans Essen beiseite.

Das Hungergefühl verfliegt nach einiger Zeit, und meine Laune ist auch erstaunlich gut, doch ich gucke permanent auf die Uhr. Dann endlich: 13 Uhr, Zeit für mein Frühstück! Jetzt könnte ich theoretisch acht Stun­den lang nach Herzenslust essen, wenn es dieses Sättigungs­ gefühl nicht gäbe. Nachmittags ein Snack und später das Abend­essen, das war’s. Die kommenden Tage laufen ganz ähnlich ab.

Belustigte Blicke der Kollegen

Einmal bin ich etwas früher dran und springe von der Redaktionskonferenz auf, um mir mein Frühstück zuzu­bereiten – und ernte dafür belustigte Blicke von meinen Kollegen. Für die Schwimmeinheit in der Mittagspause bin ich jetzt allerdings gewappnet. Am nächsten Tag passiert etwas Unvor­hergesehenes und ich bin eine halbe Stunde später mit der Nahrungsaufnahme dran, als ich dürfte. Da hört der Spaß für mich auf, und von guter Laune kann nun keine Rede mehr sein.

Fatzit: Das intermittierende Fasten hatte durchaus Vorteile. Mor­gens habe ich zu Hause zum Beispiel viel Zeit gespart. Aller­dings hat es sämtlichen Erkenntnissen zur Regeneration widersprochen: Nach meinem Training vergingen immer mindestens drei Stunden, bis ich etwas zu mir nehmen konnte, außer am Wochenende. Ich war froh, dass ich mir eine regenerative Trai­ningswoche ohne harte Einheiten für das Experiment ausge­sucht habe, und ich war ebenso froh, als die Woche vorbei war. Je nach Tagesablauf und Vorlieben kann man das Fasten auch dauerhaft anwenden, doch ich für meinen Teil werde in Zu­kunft wohl eher wieder dem Trend „Iss wie du willst“ folgen.

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