Ausprobiert

Wie fühlt es sich an, sich vegan zu ernähren?

Für den 25. Teil unserer Serie "Ausprobiert" hat Redakteur Daniel Eilers einen Monat lang auf tierische Lebensmittel verzichtet.

Ausprobiert - Vegane Ernährung

Nicht Fisch, nicht Fleisch: Unser Redakteur ernährte sich vier Wochen lang vegan.

Bild: Marie Simons

Die Bedingungen:
1. Während der veganen Testphase waren sämt­liche tier­ischen Produkte wie Milch, Eier, Fisch und Fleisch tabu.
2. Die Testphase dauerte genau vier Wochen.
3. Das Sportpensum blieb unverändert, es wurde trainiert wie zuvor.


Ich mag Steaks. Medium. Ohne Kräuterbutter, dafür mit buntem Pfeffer, weil die Körner so schön auf der Zunge perlen, bevor der Fleischsaft sie in den Magen spült. Aber ich bin kein großer Fleischesser, und schon gar keiner, der mit seinem Fleischkonsum prahlt.

Noch mehr nervt es mich aber, wenn man mir aus ethischen oder gesundheitlichen Gründen vorschreibt, was ich zu essen habe. Gerade im Kreise der Veganer gibt es viele Anhänger, die teils mit missionarischem Eifer behaupten, der vegane Lebensstil würde g­e­sünder, glücklicher, fitter und jünger machen. Wirklich?

Ein Monat vegane Ernährung

In der ersten Woche meiner Ernährungsumstellung hatte ich mit Bauchkrämpfen und Magenbeschwerden zu kämpfen. Kein Wunder, muss ich im Nachhinein einsehen. Denn wer Honig und Käse kopflos durch Avocado und Erdnussbutter ersetzt, erhöht nicht nur den Fett-, sondern auch den Ballaststoffanteil. Daran müssen sich die Verdauungsorgane erst mal gewöhnen.

Viel schwerer fiel es mir, geeignete Milch-Alternativen zu finden. Reis-, Hafer- und Soja-Erzeugnisse mochte ich gar nicht – mit der viermal so teuren und doppelt so leckeren Mandelmilch konnte ich mich schnell anfreuden.

Ich aß mich satt und vermisste dabei tatsächlich rein gar nichts – bis meine Kollegin Britta Geburtstag hatte und den von mir so geliebten „Fanta“-­Kuchen spendierte. Alle lachten, redeten und schwärmten vom Kuchen, während ich traurig an meinem Mandelmilch-Kaffee nippte und mich als Spiel­verderber fühlte. Wie ein roter Faden zog sich der Verzicht auf Gebäck durch die Weihnachtszeit, der mir ein kleines Gewichtsdefizit bescherte. Außerdem konnte ich durch die Ernährungsumstellung mein ausgeprägtes Bedürfnis nach Süßem in den Griff kriegen. Und ich fühlte mich auch sportlich fitter: Der Puls sank, und mein Fettstoffwechsel arbeitete beim Radfahren und Laufen effektiver. Mir fiel aber auch auf: Man kann sich auch vegan ungesund und zuckerreich er­nähren. Doch bei mir kamen viel Obst und Gemüse, Nüsse und Voll­kornprodukte auf den Teller – zugegeben kein Alleinstellungsmerkmal des Veganismus.

Fazit nach dem veganen Selbsttest

Dennoch glaube ich nach dem Selbsttest, dass eine vegane Ernährung durch ihre tendenziell bewusstere Lebensmittelauswahl dabei helfen kann, sich gesünder zu ernähren. Trotz aller positiven Effekte werde ich aber nicht konvertieren, weil mir ein veganes Leben nicht ge­sellschafts­kompatibel genug erscheint. Mein Steak werde ich zukünftig noch bewusster essen.

Ausprobiert - Wie fühlt es sich a:

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