Muskelübersäuerung

Warum Anstrengung den Körper sauer machen kann

Bereits moderate Belastungen kippen den ph-Wert ins Saure. Wird dem nicht abgeholfen, verlangsamen muskuläre Heilungsprozesse nach einem Lauf.

Säure_Basen_Haushalt

Nicht so sauer wie man denkt: Zitronen haben einen basischen Effekt auf den Säure-Base-Haushalt.

Bild: aboutpixel.de / zitrone © Halina Zaremba

Wie profitieren Läufer von einer ausgewogenen Ernährung?

Jeder Läufer, der schon mal hart trainiert hat, kennt den Zustand der Übersäuerung: Bei extremer Anstrengung im anaeroben Bereich versagen die Muskeln sukzessive ihren Dienst. Früher wurde dafür das Laktat, ein Salz der Milchsäure, verantwortlich gemacht, heute ist das umstritten. Fest steht aber nach wie vor, dass die im Blut messbare Laktatkonzentration mit zunehmender Übersäuerung steigt. Gemessen wird die Übersäuerung durch die Konzentration der positiven Wasserstoff-Ionen, die Säure ausmachen. Anhand einer ph-Skala werden die Werte dargestellt. Sie reichen von pH1 (stark sauer) über pH7 (neutral) bis pH14 (stark basisch).

In einer Studie konnte nachgewiesen werden, dass lange bevor der Laktatanstieg im Blut messbar ist, bereits der pH-Wert der extrazellulären Flüssigkeit im Muskel fällt, also ins Saure umkippt: Schon nach fünf Minuten moderater Belastung (70 Watt) auf dem Ergometer sank der pH-Wert von 7,4 auf unter 7,0.

Um dies abzupuffern, werden Osteoklasten (knochenabbauende Zellen) zehnmal so aktiv wie normal, wodurch Basen aus dem Knochen freigesetzt werden. Mit anderen Worten: Körperliche Anstrengung verschiebt den Stoffwechsel früher und stärker als bislang gedacht ins saure Milieu. Für Läufer hat das eine Reihe unangenehmer Folgen: Zum Abbau der Säuren verbraucht der Körper ProteineEiweiße, die wir besser in den Muskeln und im Immunsystem gebrauchen könnten. Außerdem werden die Knochen schneller brüchig, das Bindegewebe trocknet aus und verliert an Elastizität. Dies wiederum verringert die körpereigene Dämpfung bei jedem Laufschritt und verlangsamt muskuläre Heilungsprozesse. Die Verletzungsgefahr steigt, ebenso die Regenerationszeit. Kein Wunder, dass basische Sportgetränke im Fußball schon lange gang und gäbe sind.

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