Spezielle Ernährung

Vegan laufen – geht das?

Vegane Ernährung ist zwar sehr speziell, liefert aber genauso viel Energie zum Laufen wie nichtvegane. Was man beachten sollte.

Vegan laufen

Auch wer sich vegan ernährt, kann laufen gehen.

Bild: Brent Holland / iStockphoto.com

Wer gibt mir das Recht, mir von Tieren zu nehmen, was ich will?“, fragte sich Medizinstudent Jan eines Tages. Für eine vegane Lebensweise entscheidet man sich aus unterschiedlichsten Gründen – das kann der Tier­schutz sein, das ökologische Gewissen oder die Gesundheit. Einmal aufgekommen, ließ ihm dieser Gedanke keine Ruhe mehr, und so beschloss er irgendwann, sämtliche tieri­schen Produkte aus seinem Alltag zu verbannen. Früher hätte man ihn einen strengen Vegetarier genannt, weil er weder Fleisch noch Fisch isst. Aber Jan strich auch Eier, Milchprodukte, Honig und Gelatine von seinem Speiseplan. Und damit nicht genug:

Er verzichtet jetzt auch auf Kleidung und Schuhe aus Leder, Wolle oder Seide. Der begeisterte Triathlet musste sich daraufhin neue Energiequellen suchen: „Vor einem Wettkampf besteht der Trick darin, möglichst viele Kohlenhydrate zu essen. Aber das Carboloading, das ich früher betrieben habe, war im Grunde auch nichts anderes.“ Wenn nicht gerade ein Wettkampf ansteht, achtet Jan natürlich auf eine ausgewogenere Kost. „Solange ich selbst koche, ist das kein Problem.“ Die vegane Ernährung setzt auf viele frische Zutaten voller Vitamine, Antioxidantien und Ballaststoffe. Da sie weniger gesättigte Fette beinhaltet als fleischliche Nahrung, leiden Veganer selte­ner unter Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Viele betrachten die Ernährungsweise deshalb auch als Vorbeugung gegen diese Krankheiten.

Schwieriger wird’s immer dann, wenn man nicht selbst kochen kann. Hersteller von Sport­ernährung verwenden zum Beispiel oft viel Honig, Milch oder sogar Gelatine. Um das Lesen der Inhaltsstoffe kommen Veganer deshalb nicht herum. Fast immer finden sich aber Alternativen: „Gels und Kohlenhydratgetränke sind meist unproblematisch, und Proteinmischungen lassen sich auch mit Soja-Drinks anrühren, sofern sie keine ­Molke oder Milchproteine enthalten“, erklärt Jan. Informationen und Rat bekommt er aus dem Internet: „Es gibt erstaunlich viele vegane Ver­sandhändler, sogar speziell für Sportler. Aber auch die traditionellen Hersteller stellen ­ihre Zutatenlisten ins Netz, und es gibt ­immer mehr vegane Alternativen.“ Jan freut sich über diese Entwicklung und kommt nach eigener Aussage „prima zurecht“.

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