Vitaminexpress

Smoothies vs. Obst

Pressobst hat oft Nebenwirkungen. Wir haben Smothies mit Saft und frischem Obst verglichen.

Smoothies sind kein Obstersatz. Professor Volker Schusdziarra, stellvertretender Direktor des Else-Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin der TU München, hält das Pressobst aus der Flasche gar für ein „Riesenproblem“: „Diese kohlenhydratreichen Drinks ziehen einen viel höheren Insulinanstieg nach sich als feste Nahrung.“ Aufgabe des Hormons Insulin ist, Nährstoffe in die Zellen zu transportieren. So weit so gut. Experten halten aber häufige hohe Konzentrationen, wie sie vor allem nach dem Genuss von Kohlenhydraten auftreten, für bedenklich, weil das Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs Vorschub leisten kann. Außerdem begünstigt das Hormon Übergewicht: Solange es im Blut kreist, bleibt das Körperfett in den Speckrollen eingeschlossen, seine Verbrennung ist praktisch ausgeschaltet. Hinzu kommt, dass der Spiegel des Blutzuckers Glukose nach einer starken Insulinausschüttung oft unter sein Optimum fällt. Für das Gehirn, das im Normalfall nur Glukose als Nährstoff nutzen kann, herrscht dann Heißhunger-Alarm –oft auf Süßes. Wer dem nachgibt, züchtet sich den nächsten Jieper geradezu heran.

Auf Smoothies müssen Sie nicht verzichten. Dennoch ist frisches Obst ist meist die gesündere Wahl.

Bild: Astraios / aboutpixel.de

OHNE KAUEN KEINE SÄTTIGUNG
„Smoothies machen trotz ihres recht hohen Kaloriengehalts kaum satt. So eine Flasche kann man sich doch alle halbe Stunde reinpfeifen“, kritisiert Schusdziarra. „Versuchen Sie das mal mit den verwendeten Früchten in unverarbeiteter Form.“ Die Ursache liegt darin, dass bei Flüssigkeiten keine Kauarbeit nötig ist, die Sättigungssignale auslöst. Außerdem verlassen sie den Magen schneller. Es ist schon lange durch Studien bekannt, dass flüssige Kalorien am Gehirn fast komplett vorbeigehen, während solche aus festen Naschereien zu einem großen Teil anderswo eingespart werden – zumindest, wenn man sie bewusst verzehrt hat.

FRUKTOSE UNTER VERDACHT
Smoothies haben aber noch einen weiteren Haken: Möglicherweise sind sie auch wegen ihres hohen Fruktosegehalts problematisch. Eine Studie der University of Texas in Dallas hat gezeigt, dass die Umwandlung von Zucker in Fett umso mehr verstärkt wird, je höher der Anteil an Fruktose (Fruchtzucker) in der Nahrung ist. Haushaltszucker zum Beispiel besteht je zur Hälfte aus Glukose (Traubenzucker) und Fruktose. Darin könnte die Erklärung für das Ergebnis eines Versuchs am Deutschen Institut für Ernährungsforschung liegen, bei dem Mäuse durch Getränke mit höherem Fruktoseanteil mehr zunahmen als ihre Artgenossen, deren Wasser mit normalem Zucker gesüßt war – obwohl sie unterm Strich nicht mehr Kalorien verzehrt hatten.

Was dies für den Verzehr von Smoothies bedeutet, wissen die Forscher noch nicht, denn die Studienergebnisse sind nicht ohne Weiteres auf den Menschen übertragbar. Tatsache aber ist: Überschlägt man den Fruktosegehalt von Smoothies anhand von Nährwerttabellen und den Herstellerangaben zu den verwendeten Früchten, ergeben sich oft Werte von 20 bis 30 Gramm pro Flasche. Die Kohlenhydrate in den Drinks bestehen also fast komplett aus Fruktose.

All das heißt nicht, dass wir Ihnen grundsätzlich von Smoothies abraten würden. Sie sollten sich nur nicht durch die Werbung weismachen lassen, die handlichen Flaschen wären genauso wertvoll wie frisches Obst. Unser Tipp: Mischen Sie Smoothies mit Buttermilch, Molke oder Joghurt. Damit lässt sich auf die Schnelle ein leckerer Shake herstellen, der durch -seinen Proteingehalt Blutzuckeranstieg und Insulinausschüttung bremst und viel besser sättigt. Dann ist die gesunde kleine Mahlzeit perfekt.

Smoothies im Vergleich mit Obst
Obst, Säfte und Smoothies im Vergleich.

Text: Kirsten Segler
Bilder: aboutpixel.de/Astraios

BMI-Rechner

Obst und Gemüse

Vorfahrt für Frisches

Obststand
Die zehn wichtigsten Obst- und Gemüsesorten für Ausdauersportler... mehr

Im Vergleich

Obstsäfte

090109_Obstsaefte_12/07_2
Guter Obstsaft ist eine wahre Regenerationsbombe und stärkt das... mehr