Viel essen, trotzdem schlank

Schlank dank braunem Fettgewebe

Hochaktives braunes Fettgewebe sorgt dafür, dass bestimmte Menschen viel essen und nicht zunehmen.

Schlank dank braunem Fettgewebe

Braunes Fettgewebe im Zusammenspiel mit dem Hormon Orexin hält schlank.

Bild: iStockphoto.com / Eric Hood

Manche Menschen scheinen vor Übergewicht gefeit, sie essen und essen und nehmen dennoch nicht zu. Ihr Geheimnis ist womöglich hochaktives braunes Fettgewebe. Es verbrennt Kalorien statt sie wie sein weißer Zwilling zu speichern.

Braunes Fett ist extrem gut durchblutet - was die dunklere Tönung erklärt. Vor allem aber ist es mit besonders vielen Mitochondrien ausgestattet, den winzigen Kraftwerken der Körperzellen. Ihre Brennkraft macht es den Zellen möglich, enorm viele Kalorien zu verfeuern, um so Wärme zu erzeugen. Thermogenese nennt sich dieses Phänomen. Der Nebeneffekt: Aktives braunes Fettgewebe hält schlank.

Doch nicht nur die Menge braunen Fettgewebes ist entscheidend, sondern auch, dass es seine Brennwirkung voll entfalten kann. Dazu benötigt es aber ein bestimmtes Hormon: Orexin. In Versuchen mit Mäusen fand ein Forscherteam um Devanjan Sikder vom Sanford-Burnham's Medical Research Center in Orlando jetzt heraus, dass ein Mangel des im Gehirn produzierten Hormons die Brennkraft der braunen Fettzellen lähmt.

"Unsere Untersuchung liefert eine mögliche Erklärung dafür, warum manche Menschen übergewichtig sind, obwohl sie gar nicht zu viel essen", erklärt Studienleiter Sikder. Womöglich trägt auch bei Menschen eine Mangel an Orexin dazu bei, dass das braune Fett inaktiv bleibt und der Energieverbrauch gering ist.

Dass Orexin sich auch auf das menschliche Gewicht auswirkt, zeigt eine weiteres Ergebnis der Untersuchung. Menschen, die an Narkolepsie leiden, so fanden sie, sind nicht nur ständig schläfrig, sie legen auch deutlich an Gewicht zu - obwohl sie eher weniger essen als normalgewichtige Gesunde. Auch hier scheint eine Mangel an Orexin hinter dem Phänomen zu stecken.