Fastenzeit

Marathon und Fasten, passt das zusammen?

Während der Fastenzeit müssen Läufer Prioritäten setzen und mit dem Training rücksicht nehmen.

Berlin-Marathon

Eine Bestzeit während des Fastens ist sicher nicht möglich.

Bild: Norbert Wilhelmi

Von „Grenzerfahrung“ spricht auch Jens Enneper, der als Rennarzt bei Marathonveranstaltungen die medizinische Betreuung von Topläufern sicherstellt.

„Gerade Läufer, die ihren Sport auch leistungsbezogen sehen, sollten immer genug ‚Sprit im Tank‘ haben. Vor allem in Wettbewerbsphasen ist das Fasten daher kontraproduktiv.“ Schließlich, so Enneper, sei der Wettkampf selbst bereits eine Grenzerfahrung. Sollten Läufer also lieber nicht fasten? „Das ist eine persönliche Entscheidung, bei der man sich jedoch eins bewusst machen muss“, meint Enneper: „Wenn ich mich als Läufer entschließe, meinen Körper zu ‚entgiften‘ oder durch Fasten abzunehmen und dafür komplett auf Nahrung zu verzichten, muss ich mir über meine Prioritäten im Klaren sein. Die Laufaktivitä­ten stehen dann für eine Weile hintenan.“ Eine neue Bestzeit ist so sicher nicht möglich.

Auch Enneper sieht in der persönlichen Einstellung einen wichtigen Faktor für das Fastenerlebnis: „Wenn man sich entscheidet, dass man diese Erfahrung braucht, dann darf die Motivation nicht sein, unbedingt erfahren zu wollen, wie sich ein Marathon ohne Nahrungsaufnahme anfühlt. Das ist einfach zu viel für den Körper.“ Dies gilt für Wett­bewerbsphasen ebenso wie für die Regene­ration danach. Wer nach harter Belastung einen Ausgleich sucht, für den ist ein Alternativtraining sicher sinnvoller als Fasten. „Machen Sie etwas, das Spaß macht“, rät der Marathonarzt. „Eine andere Aktivität als die gewohnte ist für viele bewegungsfreudige Men­schen sicher die bessere Alternative.“

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Nulldiät für Läufer geeignet?