Walken oder Laufen

Kalorienumsatz beim Laufen und Gehen im Vergleich

Wer schneller geht als etwa 7:30 Minuten pro Kilometer, verbrennt mehr Kalorien als beim Laufen im selben Tempo.

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Walken ist mit ein wenig Koordinationstalent von jedem sofort durchführbar.

Bild: w.r.wagner / pixelio.de

Dank der Untersuchungen an der Universität Syracuse kennen wir nunmehr den Arbeits­umsatz beim Laufen eines Kilometers in sechs Minuten im Vergleich zu dem beim ­Gehen derselben Distanz in zwölf Minuten: Die männlichen Probanden verbrauchten beim Laufen 103 Kalorien und beim Gehen 52 Kalorien, die Probandinnen entsprechend 89 bzw. 42 Kalorien. Und da man in derselben Zeit, in der man einen Kilometer geht, zwei ­Kilometer läuft, werden beim Laufen viermal soviel Kalorien verbrannt wie beim Gehen. Meine Absicht war nun keineswegs, das Gehen schlecht zu reden. Sportliches Gehen ist allemal geeignet, die Kondition zu verbessern, die Knochen zu stärken und Kalorien zu verbrennen. In den USA wurde 2004 eine interessante Studie veröffentlicht, der zufolge in der Gemeinschaft der Amischen, die aufgrund ihrer Lebensweise zu Fuß täglich die sechsfache Strecke im Vergleich zu durchschnittlichen Amerikanern zurücklegen, um 87 Prozent weniger Fälle von Fettleibigkeit auftreten.

Vor einigen Jahren hatte ich irgendwo ge­lesen, dass schnelles Gehen einen höheren Energieumsatz erfordere als Laufen im gleichen Tempo. Nach meinen neuen Erkennt­nissen wollte ich diese Hypothese nunmehr einer kritischen Betrachtung unterziehen. Mit einem Herzfrequenzmessgerät ausgestattet trabte ich auf einem Laufband zunächst in einem Tempo von 5 km/h (was 12:00 min pro Kilometer entspricht) und steigerte die Geschwindigkeit alle zwei Minuten um jeweils 1 km/h bis auf 9 km/h (6:40 min/km). Nach zehnminütiger Pause, um den Puls wieder völlig auf das Ausgangsniveau zu bringen, wiederholte ich die gleichen Tempostufen gehend. Meine Pulswerte, jeweils zu Ende des 2-Minuten-Intervalls gemessen, waren wie folgt: 5 km/h (Laufen 99/Gehen 81), 6 km/h (106/91), 7 km/h (113/104), 8 km/h (120/ 126) und 9 km/h (126/142).

Meine Schlussfolgerung: Bei einem Tempo von weniger als etwa 7:30 Minuten pro Kilometer ist Laufen anstrengender als Gehen; bei einem schnelleren Schnitt verlangt das Gehen mehr Energie als das Laufen. Wie erklärt sich diese Verschiebung in der Energiebilanz? Möglicherweise liegt es daran, dass unser Körper nicht zum Gehen mit so ­hoher Geschwindigkeit konstruiert ist. Dadurch wird viel "innere Reibung" und ein höchst ineffizienter Bewegungsablauf erzeugt, was Herzfrequenz, Sauerstoff- und Kalorienverbrauch in die Höhe treibt. Nur sehr sport­liches, flottes Gehen kann somit ähnlich viele Kalorien verbrennen wie lockeres Laufen.

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