Sportdrinks

Im Wettkampf nur Bewährtes

Ein Interview mit der Ernährungsexpertin Beate Pfeiffer über Kohlenhydratgetränke und Ursachen von Magenproblemen beim Laufen.

Auf der Suche nach alternativer Energie

Spezielle Getränkepulver werden je nach Geschmack angerührt.

Bild: Walter Fey

Wodurch werden Magen-Darm-Probleme beim Laufen verursacht?
Laufen kann zu verschiedenen Problemen des Magen-Darm-Trakts führen. Häufig sind es Probleme des oberen Verdauungstrakts wie Sodbrennen, Aufstoßen, Übelkeit oder Magenschmerzen. Aber auch Durchfall vor oder nach dem Laufen ist nicht selten. Im Englischen wurde deshalb der Begriff der „runner’s diar­rhoea“ geprägt. Die Ursachen dieser Probleme sind nicht vollständig geklärt. Grundsätzlich spielt jedoch die hormonelle Umstellung bei körperlicher Belastung sowie eine verminderte Durchblutung des Magen-Darm-Trakts eine Rolle. Um die Muskulatur optimal mit Blut zu versorgen, schränkt der Körper die Durchblutung zu den Verdauungsorganen um bis zu 80 Prozent ein. Das kann natürlich Folgen haben. Beim Laufen kommt dann noch eine mechanische Beanspruchung durch Erschütterung hinzu.

Welche Getränke verursachen am ehesten Magen-Darm-Probleme?
Hypertone Getränke, also solche mit einem hohen Kohlenhydrat- und Elektrolytgehalt stehen besonders im Verdacht. Allerdings scheint es sensible und weniger sensible Menschen zu geben. Ganz wichtig ist deshalb, ein neues Getränk zuerst während eines inten­siven Laufs zu testen. Im Wettkampf selbst sollte man nur auf Bewährtes zurückgreifen.

Treten die Probleme nur beim schnellen Laufen auf? Inwiefern hängen sie vom Lauftempo ab?
Magen-Darm-Probleme sind bei schnelleren Läufen und im Wettkampf wesentlich häufiger als bei langsamen. Der Blutfluss zum Darm wird proportional zur Belastungsintensität geringer. In einer Wettkampfsituation kommt dann noch dazu, dass der Läufer unter Stress steht und die damit verbundenen hormonellen Umstellungen zu Magen-Darm-Problemen wie Durchfall führen können.

Viele Läufer beklagen, dass sie während des Laufens nur ungern trinken, auch weil sie das schlecht vertragen. Was kann man dagegen tun?
Trinken lässt sich trainieren. Eine aktuelle Studie zeigt, dass durch die wiederholte Aufnahme größerer Flüssigkeitsmengen das häufig auftretende unangenehme Völlegefühl vermindert wird. Läufer ­haben in dieser Studie bereits nach sechs Trainingseinheiten eine ansonsten als unangenehm empfundene Flüssigkeitsmenge sehr viel besser vertragen.

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Der effektivste Sportdrink