Richtig Trinken

Der schlechte Ruf des Koffein

Sportler brauchen keine Angst vor Kaffee zu haben. Er ist besser als sein Ruf.

Wie viel trinken?

Kaffee ist besser als sein Ruf: Er führt nicht zum Dehydrieren.

Bild: knipseline / pixelio.de

Erkenntnisse über Koffein
Durch Untersuchungen wurde längst die „Weisheit“ über den Haufen geworfen, kof­feinhaltige Getränke wirkten harntreibend. Um der Wahrheit Genüge zu tun, bestätigte die Studie im Grunde, dass koffeinhaltige Getränke diuretisch wirkten, jedoch nicht mehr als reines Wasser selbst. Nimmt man viel Flüssigkeit zu sich, wird diese vermehrt wieder ausgeschieden. Das gilt für Wasser in glei­cher Weise wie für Kaffee oder Tee.

Die beteiligten Forscher, darunter Dr. Larry Armstrong, Spezialist auf dem Gebiet Hitze und Wasserhaushalt, hatten zehn medizinische Schriften über koffeinhaltige Getränke ausgewertet, bevor sie ihre Schlussfolgerun­gen veröffentlichten.

Keine generelle Gefahr des Dehydrierens
Weitere Fachleute geben Valtin und Armstrong Recht: Die Gefahr eines epidemieartigen Dehydrierens der Bevölkerung besteht nicht im Geringsten. Wenn überhaupt, trinken die meisten Menschen zu viel. Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass Erscheinungen wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, trockene Haut, Konzentra­tionsschwäche usw., die von einigen Experten als Folgen von Dehydrieren angeführt ­werden, auf Flüssigkeitsmangel zurückzuführen ­sind. Skepsis ist angesagt, solange keine fundierten Daten vorliegen, meinen seriöse Forscher. Der Durstmechanismus des Körpers sei exzellent darauf abgestimmt, unsere Flüssigkeitsbilanz stets im grünen Bereich zu ­halten.

Problem nicht verharmlosen
Während die meisten Menschen ihren Flüssigkeitsbedarf ent­sprechend ihrer Lebensweise in ausreichendem Maße decken, gibt es unter Sport­­lern etliche, die fahrlässig wenig trinken. So stellte eine von der IDEA Health and Fitness Association vorgestellte Studie fest, dass nahezu die Hälfte aller Mitglieder einer großen amerikanischen Fitnesskette bereits vor dem Training dehydriert waren.

Mars und Venus
In puncto Schwitzen und Flüssigkeitsbedarf kommen Männer und Frau­en von unterschiedlichen Planeten. Da Männer in der Regel schwerer sind, mehr Muskelmasse haben und somit mehr schwitzen, müssen sie mehr trinken als Frauen. Für letztere gilt umgekehrt, dass sie wegen des geringeren Flüssigkeitsverlusts ihren Wasserhaushalt durch deutlich geringere Trink­mengen wieder ausgleichen können.

Wichtige Erkenntnis mit Konsequenzen
Aus den vorgenannten Gründen liegt der Flüssigkeitsbedarf von Frauen bis zu 30 Prozent unter dem von Männern. Genau diese wichtige Tatsache wird in Zeitschriftenartikeln häufig übersehen und sollte deshalb speziell unter Läuferinnen besser verbreitet werden. Dies insbesondere unter dem Aspekt, dass die meisten Marathonläufer, die Hyponaträmie („Wasservergiftung“, Natriummangel durch übersteigerte Flüssigkeitsaufnahme) erleiden, Frauen sind. Die dadurch bedingten Todesfälle beim Marathon betrafen ebenfalls Frauen.

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Wie viel sollen Läufer trinken?


Trinken und Regeneration für Läuf: