Trinken in Training und Rennen

Der effektivste Sportdrink

Wissenschaftler forschen nach der besten Mischung für kohlenhydrathaltige Getränke.

Auf der Suche nach alternativer Energie

Für viele Langstreckenläufer sind kohlenhydrathaltige Getränke die effektivste Energiequelle.

Bild: Claus Dahms

Kohlenhydrate und Fettsäuren gelten als die wichtigsten Energiequellen für den menschlichen Körper. Kohlenhydrate sind zwar schnell verfügbar, aber die Speicher sind auch schnell aufgebraucht. Der Vorrat an Fett im menschlichen Körper ist dagegen nahezu unbegrenzt, aber er ist eben nicht schnell in Form von Energie verfügbar. Wegen der limitierten Kohlenhydrat-Speicherkapazität ist Professor Asker Jeukendrup von der Universität Birmingham der Frage nachgegangen, welche Energiequellen für Läufer während des Laufens am besten zu erschließen sind. Seine Erkenntnisse präsentierte er kürzlich auf der Sporternährung-Konferenz an der Techni­schen Universität München.

Bislang galt die Verarbeitung von 60 Gramm Kohlenhydraten pro Stunde als Obergrenze für den menschlichen Körper, wobei die Ener­gie meist in Form von Glu­kose zugeführt wurde. Das entspricht ungefähr einer Menge von 240 Kalorien pro Stunde – also viel zu wenig, um den Energieverbrauch beim Laufen von 500 bis 1000 Kalorien pro Stunde (bei Spitzenathleten) auch nur annähernd zu befriedigen oder gar die Speicher wieder aufzufüllen. Jeukendrup testete zuerst unterschiedliche Getränkemischungen. Bei keiner Form von Kohlenhydraten wurde eine größere Menge vom Körper aufgenommen als die bekannten 60 Gramm pro Stunde. Die Ursache für diese Limitierung liegt in der Verstoffwechselungsgeschwindigkeit des Magen-Darm-Trakts. Deshalb begann Jeukendrup mit verschiedenen Kombinationen von Kohlenhydraten zu experimentieren.

„Der Gedanke war, dass es wenig Sinn macht, immer mehr von einem bestimmten Kohlen­hydrat-Typ zuzuführen, wenn dessen Verstoff­wechselung an ihre Grenze gestoßen ist, dass ein anderer Typ aber vielleicht einen anderen Transportweg findet.“ Mit Erfolg: Die Kombination verschiedener Typen, etwa von Glukose und Fruktose (wie in Power-Bar-Getränkepulver), sorgte bei den Probanden für eine höhere Oxidationsgeschwindigkeit (das ist der Messwert, der angibt, wie schnell die Nahrung aufgenommen wird). „In zwei Studien kamen wir sogar auf Oxidationsgeschwindigkeiten von 110 Gramm pro Stunde“, berichtet Jeukendrup.

Allerdings waren das Extrem­werte aus dem Labor, die sich für den Durchschnittssportler in der Praxis kaum realisieren lassen. Und es gab auch keine „magische Mischung“ von Glukose und Fruktose, die bei allen Probanden gleich gut wirkte. Darüber hinaus bestätigte sich die Erfahrung, dass Fruktose oft der Auslöser für Magen-Darm-Probleme ist. Aller­dings werden diese durch die Kombination mit Glukose reduziert. Bei Folgetests zeigte sich, dass die Aufnahme von Kohlenhydraten durch das Mischen von Glukose und Fruktose auf bis zu 90 Gramm pro Stunde erhöht werden kann. Doch das, betont Jeukendrup, erfordert Übung. Auch Trinken will eben gelernt sein.

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