Dehydrierung

Bereits geringer Flüssigkeitsverlust belastet das Gehirn

Zu über 90 Prozent besteht der Mensch aus Wasser. Doch schon geringe Dehydrierung etwa durch Laufen oder Joggen verschlechtert Konzentration, Energielevels und Stimmung.

Bereits geringer Flüssigkeitsverlust belastet das Gehirn

Flüssigkeitsverluste durchs Schwitzen sind beim Laufen und Joggen nicht zu vermeiden. Daher sollten Sie ausreichend trinken, um eine Dehydrierung zu verhindern.

Bild: iStockphoto.com / gaspr13

Obwohl der Mensch zu mehr als 90 Prozent aus Wasser besteht, macht sich schon eine geringe Dehydrierung negativ bemerkbar. Schon eine 1,5-prozentige Dehydrierung verursacht Konzentrationsschwierigkeiten und eine Verschlechterung des Energielevels sowie der Stimmung. Dies ergab eine Studie von Forschern der University of Connecticut.

Es reicht nicht aus, nur bei sportlicher Aktivität wie dem Laufen oder Joggen oder bei großer Hitze auf eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung zu achten. Auch im Alltag sollte man seinen Wasserhaushalt im Auge behalten, denn "Durst haben wir bei einem ein- bis zweiprozentigen Wasserverlust noch nicht", erklärt Studienleiter Lawrence E. Armstrong. Trotzdem kann schon dieser geringe Flüssigkeitsverlust gesundheitliche Probleme bereiten. Marathonläufer können zwar bis zu acht Prozent ihrer Körperflüssigkeit verlieren. "Aber auch, wer den ganzen Tag am Computer sitzt, sollte ausreichend trinken", so der Wissenschaftler.

Für die Studie ließen die Forscher 51 junge Frauen und Männer auf Laufbändern schwitzen. Danach absolvierten die Teilnehmer Fragerunden und kognitive Tests. Diese ergaben, dass alle Probanden, die während und nach dem Laufen nichts zu trinken bekamen, unter Kopfschmerzen, Konzentrationsproblemen und Müdigkeit litten. Außerdem verschlechterte schon leichter Flüssigkeitsverlust die Stimmung der Studienteilnehmer. Vorangegangene Untersuchungen hatten gezeigt, dass Nervenzellen im Gehirn Wassermangel erkennen und daraufhin auch die Stimmung einstellen. Dabei könnte es sich um eine Art Frühwarnsystem handeln, das weiteren Wasserverlust verhindern soll.

Die Wissenschaftler stellten fest, dass die teilnehmenden Frauen sensibler reagierten und deutlicher unter dem Wassermangel litten als die Männer, die den Versuch absolviert hatten. Warum die Reaktionen der Geschlechter in dieser Hinsicht unterschiedlich ausfiel, muss noch weiter erforscht werden.

Aufgrund ihrer Erkenntnisse, empfehlen die Forscher auf ausreichende Flüssigkeitsversorgung zu achten und zwei Liter täglich zu trinken. Ob diese Menge ausreicht, ließe sich am Urin feststellen. Er sollte hell und klar sein, denn tiefgelber und trüber Urin weise auf Wassermangel hin.

Quelle: British Journal of Nutrition, Februar 2012