Reine Formsache

Die wichtigsten Tipps zum Kauf, zur Pflege und zum Lauf mit dem Lauf-BH

Die Anprobe und richtige Auswahl ist gerade für Läuferinnen ein Muss. Denn laut einer Herstelleruntersuchung wird jeder dritte BH in der falschen Größe gekauft.

Sport-BHs 2014: Adidas Supernova Racer Bra

Diese Hinweise zum Kauf, zur Pflege und zum Lauf mit dem Lauf-BH sollten Sie beachten.

Bild: Robert Grischek

Hier die wichtigsten Tipps: Zum Kauf, Pflege und Lauf

1. Die äußere Form der Brust ist von Frau zu Frau verschieden. Am ehesten finden Sie den richtigen BH für Ihre Bedürfnisse durch Anprobe und Lauferfahrung: Probieren Sie Ihren Sport-BH auf jeden Fall vor dem Kauf an. Der Sitz eines Sport-BHs sollte stramm, aber nicht einengend sein.

2. Mit dem Sport-BH ist es wie mit dem Laufschuh: Sie können nicht von Ihrer bisherigen BH-Größe auf die Größe des Sport-BHs schließen. Nehmen Sie diese nur als Richtwert und lassen Sie sich am besten von einer Fachverkäuferin beraten oder neu vermessen. Bei Gewichtsabnahme schrumpft die Brust als Erstes mit – eine neu Cupgröße ist erforderlich. Gleiches gilt beim Zunehmen. Da der individuelle Hormonhaushalt auch die Größe der Brust beeinflusst – um bis zu eine Cupgröße –, kann die Anschaffung verschiedener Sport-BH-Größen durchaus angeraten sein.

3. Das Brustband sollte straff sitzen, ohne den Brustkorb einzuschnüren. Es sollte breit und angenehm auf der Haut zu tragen sein. Bei Tops sollte der ins Brustband eingearbeitete Gummi angenehm aufliegen. Bei BHs empfiehlt sich ein Mehrfachverschluss im Brustband. Wichtig: Alle Verschlüsse sollten unterlegt, gepolstert sein, um Scheuerstellen zu vermeiden. Bei BHs mit Ringerrücken ohne Verstellmöglichkeit (Schulterriemen gehen im Rücken über Kreuz) und ohne Verschluss: Das Anziehen funktioniert meist besser von unten, mit den Beinen einsteigen und hochziehen. Hierbei muss der BH weniger gedehnt werden als beim Anziehen über die meist breitere Schulterpartie.

4. Bei empfindlicher Brust eignen sich BHs mit vorgeformten Cups, die im Rundstrickverfahren hergestellt sind. Auf breite Träger achten, die gibt es sogar auch mit Geleinlage. Bei manchen Modellen sind sie sogar verstellbar.

5. Die Körbchen dürfen ruhig so einengen, dass das Dekolletee etwas überquillt. Wenn die Brust zu sehr überquillt oder die Brüste stark gegeneinander gedrückt werden, tragen Sie die falsche Cupgröße. Andererseits: Die Körbchen dürfen keine Falten werfen – dann sind sie zu groß.

6. Legen Sie mehr Wert auf Funktion als auf modisches Design. Es gibt BHs, in welche der Brustgurt des Herzfrequenzmessers integriert werden kann. Allerdings: Nicht jeder Pulsgurt lässt sich in den BH integrieren. Nehmen Sie am besten Ihren Pulsmesser beim Kauf mit, nur dann können Sie prüfen, ob der Sender auch in den entsprechenden BH passt.

7. Auf schnell trocknende Funktionsfaser achten. In der Schwitzzone vorne zwischen den Brüsten sollte viel Luft an die Haut gelangen, hier ist ein Meshgewebe sinnvoll (Netzeinsatz).

8. Tops und Singlets mit integriertem Bustier bieten meist schon ab einer BH-Größe von 75 B keinen ausreichenden Halt mehr. Falls Sie einen größeren Brustumfang haben und aus ästhetischen Gründen im Sommer ein Top tragen möchten, sollten Sie sich überlegen, unter dem Top zusätzlich einen stabilen Sport-BH zu tragen.

9. Beim Hochstrecken der Arme darf das Brustband nicht nach oben rutschen. Und auch beim Bücken darf es nicht verrutschen und muss eng anliegen, die Brüste müssen dabei sicher im Cup bleiben. Der BH soll die Brust aus einer tiefen Rückenposition, leicht unterhalb der Schulterblätter, fixieren. Hier sitzt wenig Unterhautfett und es gibt auch bei Gewichtsschwankungen keine großen Veränderungen in Sachen Größe.

Ein stützender Sport-BH darf ruhig was kosten.

Bild: Robert Grischek

10. Ein angenehm sitzender und gut stützender Sport-BH darf ruhig was kosten: Die Sportmodelle liegen preislich meist über dem klassischen BH-Modell. Allerdings ist der Materialmix auch wesentlich hochwertiger und robuster, die Verarbeitung sehr viel aufwendiger als beim klassischen BH.

11. Pflege: Sport-BH, Tops und Singlets mit integriertem Bustier sind in der Regel äußerst pflegeleicht. Die hochwertigen Fasern lassen sich in der Waschmaschine problemlos (meist bei 40° C) waschen und geraten nicht so leicht außer Form wie die klassischen BH-Modelle. Allerdings sollten sie lieber öfters gewaschen werden, im Idealfall nach jedem Einsatz. Schweiß, Körperfette und Säuren in Verbindung mit Deodorant, Parfüm, Öl oder Cremes dringen sonst tief ins Gewebe ein, die Mikrokunstfasern verkleben, werden angegriffen, schaffen den Schweißtransport nach außen nicht mehr. Und die geruchsintensiven Schweißbakterien setzen sich fest. Abhilfe: Sofern das Pflegeetikett es zulässt, den BH gelegentlich bei 60° C im Schonwaschgang waschen.

12. Extratipp für Marathonläuferinnen: Tragen Sie ein neues Modell niemals gleich zum langen Lauf, sondern testen Sie es vorerst auf den kürzeren Läufen. Genauso wie beim Laufschuh sollten Sie verschiedene BH-Modelle besitzen und abwechseln. Manche Sport-BHs eignen sich eher für kürzere Tempodauerläufe und Intervalle, manche für längere, lockere Läufe. Die nahtlos verarbeiteten Modelle sind beispielsweise bei langen Läufen besonders angenehm, bieten jedoch bei hoher Intensität eventuell nicht genügend Halt.

13. Viele BH-Hersteller teilen ihre Sportmodelle nach unterschiedlichen Sportintensitäten ein: je nach Sportart und Belastung der Brust. So entsprechen sanftere Sportarten mit langsamen Bewegungen, wie z. B. Yoga, dem »Low-Impact-Bra« (also einem Modell für geringere Bewegungsintensität, das sehr angenehm sitzt, aber nicht so stabil ist). Läuferinnen - unabhängig von der Brustgröße - sollten unbedingt zu dem stabilsten Modell, »High-Impact-Bra« genannt (für starke Rotation der Brust) greifen.