Hoher Puls

Die Herzfrequenz ist keine fest stehende Größe

Die absolute Höhe einer Belastungsherzfrequenz ist ebenso individuell und hat genauso wenig mit der Leistungsfähigkeit zu tun wie zum Beispiel die Größe der Nase.

Die absolute Höhe einer Belastungsherzfrequenz ist ebenso individuell und hat genauso wenig mit der Leistungsfähigkeit zu tun wie zum Beispiel die Größe der Nase. In der Sportmedizin gilt die sogenannte anaerobe Schwelle als Bezugspunkt für Ausdauerbelastungen. Eine Leistung an der anaeroben Schwelle entspricht einer jeweils identischen Belastungsintensität. Auch die Herzfrequenz an der anaeroben Schwelle kann also als Vergleichsmaß verwendet werden. Mithin zeigen sich auch bei Gleichaltrigen Unterschiede von bis zu 60 Schlägen pro Minute bei diesem Wert. Dies bedeutet, dass ein Sportler unter Umständen mit 145 Schlägen pro Minute derselben Belastung ausgesetzt ist wie ein anderer mit 205 Schlägen pro Minute. Man kann also nicht von vornherein davon ausgehen, dass eine Herzfrequenz zu hoch ist, nur weil sie über dem Durchschnittswert liegt.
Eine Möglichkeit, das individuelle Herzfrequenzniveau zu ermitteln, beginnt mit der Messung der maximalen Herzfrequenz. Hierzu sollte man versuchen, eine maximale Leistung über einen Zeitraum von etwa fünf bis zehn Minuten durchzuhalten. Wenn man diese Belastung mit einem kleinen Endspurt abschließt, entspricht die Herzfrequenz am Ende Ihrem persönlichen Maximalwert. Eine derartige Spitzenbelastung darf jedoch nur durchgeführt werden, wenn man sicher ist, dass man an keiner Herz-Kreislauf-Erkrankung leidet! Nachdem die maximale Herzfrequenz bestimmt wurde, kann mit der Formel
(maximale Herzfrequenz mal 0,82) minus (Alter mal 0,15) plus 20
die Herzfrequenz an der anaeroben Schwelle abgeschätzt werden. Wenn also die maximale Herzfrequenz zum Beispiel 195 beträgt, erhält man (195 mal 0,82) minus (35 mal 0,14) plus 20 ist gleich 175 Schläge pro Minute. Allerdings gilt diese Rechnung nur für die Belastungsform Laufen, beim Radfahren wäre eine andere Berechnung notwendig.
Sollte die Trainingsherzfrequenz permanent deutlich oberhalb dieses berechneten Herzfrequenzwerts liegen, sollte man zur Pulsreduktion vor allem eines tun: langsamer laufen. Ideal wäre eine Trainingsherzfrequenz von etwa 90 Prozent des errechneten Wertes.