Laufberufe

Der Athleten-Manager

Als Athleten-Manager muss man sich in der Leichtathletik auskennen sowie kontaktfreudig und stressresistent sein.

Athleten-Manager

Pionier der Branche: der Niederländer Jos Hermens begann in den Achzigerjahren mit der Athletenvermarktung.

Athleten-Manager verdienen ihr Geld über eine prozentuale Beteiligung an Start- und Preisgeldern, Rekordprämien sowie Sponsorenverträgen der von ihnen betreuten Athleten, wobei die Höhe der Provision sehr unterschiedlich ausfallen kann: Je nach Vertrag beträgt der Anteil eines Managers zwischen 5 und 30 Prozent oder mehr, wobei Unterschiede zwischen Startgeld und Sponsorenverträgen (höherer Anteil) sowie Preisgeldern (nie­driger) und Rekord­prämien (höher, wenn der Manager sie ausgehandelt hat, zum Beispiel mit einem Sponsor) gemacht werden. Zudem stehen den Einnahmen zum Teil ganz erhebliche Kosten gegenüber, da Manager bei Reisen, Verpflegung und Unterkunft in finanzielle Vorlage gehen. Gerade das macht den Einstieg ins Geschäft nicht einfach.

Und wie wird man Athleten-Managerin? Marisa Reich: „Ich bin in dieses Metier reingewachsen, habe BWL und Sportmanagement studiert, dazu Praktika beim Deutschen Leichtathletik-Verband sowie in den USA beim High Performance Center des olympischen Trainingscenters im kalifornischen Chula Vista gemacht. Der Direktor des Centers fragte mich, ob ich nicht seine Athleten managen wolle, und ich dachte mir: Warum eigentlich nicht? So fing alles an.“ Dass sich Manager um die Belange von Sportlern kümmern und damit ihr Einkommen verdienen, ist erst möglich, seit sich mit Sport Geld verdienen lässt. Im Fußball, Tennis oder Golf ist das weit länger möglich als in der Leichtathletik, wo erst seit Beginn der Achtzigerjahre Preisgelder gezahlt werden. (Startgeld gibt es schon etwas länger – es wurde unter dem Tisch bezahlt oder als Spesen abgerechnet.) Unter der Führung von Antonio Samaranch und Primo Nebiolo eröffneten die großen Sportverbände Athleten offiziell die Möglichkeit, Geld zu verdienen, sei es durch Start- und Preisgelder oder mit Sponsorenverträgen. Damit begann die totale Vermarktung des Hochleistungsports.

Einer der ersten Manager von Leichtathleten war der Niederländer Jos Hermens. Der ehemalige Langstreckenläufer und Stunden-Weltrekordler hatte zu Beginn der Achtzigerjahre für seinen damaligen Arbeitgeber Nike in den Niederlanden Athleten betreut und sie zu Meetings und Straßenläufen vermittelt. Daraus wurde schon bald ein Fulltime-Job und Hermens machte sich selbständig. Zu seinen ersten Klienten zählte der portugiesische Marathon-Weltrekordler Carlos Lopes. Heute beschäftigt Hermens’ Firma Global Sports Communication weltweit 17 Angestellte und betreut mit Niederlassungen in Mexiko, Äthiopien, Kenia und China 120 Athleten.
Für Marisa Reich begann die Saison 2008 vielversprechend: Ihr Hürdensprinter David Oliver gewann sein Rennen in Berlin, und weiteren Starts bei den anderen großen internationalen Meetings in Europa steht nichts im Weg. Das bedeutet für sie zumindest, dass sie noch den ein oder anderen Euro verdienen kann.

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