Laufen und Depression

Was löst eine Depression aus?

Depressionen gelten als eine Volkskrankheit mit höchsten Zuwachsraten. Laufen kann den Betroffenen helfen.

Laufen und Depression

Was löst Depressionen aus?

Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

Interview mit Prof. Dr. med. Detlef E. Dietrich, Ärztlicher Direktor des AMEOS Klinikum, Hildesheim und Dr. Claas-Hinrich Lammers, Ärztlicher Direktor der Psychiatrie in der Asklepios Klinik in Hamburg-Ochsenzoll.

Was löst besonders häufig eine Depression aus?

Prof. Dr. med. Detlef E. Dietrich: Meist kommen mehrere Ursachen zusammen, die schließlich für die Entstehung einer Depression bedeutsam sind. Dies können familiär bedingte oder auf die frühkindliche Entwicklung bezogene Gründe sein. Auch persönlichkeitsbedingte Aspekte, z. B. ob man gelernt hat, mit Stress umzugehen, beeinflussen die Depressionsentstehung. Häufige Ursachen sind akuter Stress wie Verlustereignisse oder chronischer Stress, frühere Traumatisierungen oder auch organische Ursachen wie Hirnerkrankungen (die mit depressiven Störungen einhergehen können). Meist ist ein akuter Auslöser wie eine schwere Kränkung nur einer der Faktoren, der schließlich das Fass zum Überlaufen bringt.

Zu welchen Behandlungsmöglichkeiten raten Sie?

Prof. Dr. med. Detlef E. Dietrich: Ich rate dazu, die Therapie insbesondere an den möglichen Ursachen zu orientieren. Beim Vorliegen einer organischen Ursache ist diese primär zu behandeln, eine medikamentöse Behandlung und Formen der Psychotherapie, Lichttherapie, Wachtherapie, Ergo- und Soziotherapie und auch körperliche Bewegung können sehr erfolgreich sein.

Wann raten Sie zu einer Psychotherapie, wann zu Medikamenten?

Prof. Dr. med. Detlef E. Dietrich: Eine Psychotherapie ist besonders dann wichtig, wenn ungelöste innere Konflikte, Traumatisierungen, persönlichkeitsbedingte Faktoren oder ein inadäquater Umgang mit chronischem Stress eine zentrale Rolle als Ursache spielen. Eine medikamentöse Therapie ist besonders wichtig bei den bipolaren Verlaufsformen (früher manisch-depressive Erkrankung) und den familiär gehäuft auftretenden wiederkehrenden Depressionen. Allerdings hat sich bei fast allen Formen der Depression eine Kombination aus einer geeigneten medikamentösen und psychotherapeutischen Intervention als am erfolgreichsten erwiesen.

Bei welchen Medikamenten oder mit welcher Dosis sollte man nicht laufen?

Prof. Dr. med. Detlef E. Dietrich: Hier macht es wenig Sinn, jedes einzelne Medikament zu betrachten, vielmehr muss die individuelle Verträglichkeit beachtet werden. Reagiert man generell sehr sensibel auf eine medikamentöse Veränderung, dann sollte man seinen Körper sehr genau beobachten. Mögliche Veränderungen des Blutdrucks sind hier zu beachten. Ist ein Medikament in einer bestimmten Dosierung bereits für ein bis zwei Wochen eingenommen worden, dann sollten sich keine gravierenden Interaktionen mehr ergeben. Insgesamt sollte man auf seinen Körper hören und ggf. mit einem Arzt Rücksprache halten.

Haben Sie unterstützende Tipps gegen Depression – neben dem Laufen?

Prof. Dr. med. Detlef E. Dietrich: Man muss unbedingt Geduld haben bei der Depression. Wenn ein Medikament nach zwei, drei Wochen nicht wirkt, dann heißt das nicht, dass es überhaupt nicht wirkt.

Zur Ernährung?

Prof. Dr. med. Detlef E. Dietrich: Klar, Fisch, prophylaktisch vielleicht wegen der Omega-3-Fettsäure. Aber da müsste man jeden Tag Fisch essen. Ansonsten empfehle ich eine gesunde Ernährung.

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