Zielstrebigkeit und Selbstdisziplin

Laufen verbindet Palin mit Familie. Früher lief sie mit ihren Eltern, jetzt unterstützen ihre Kinder sie.

Sie bevorzugen es, alleine zu laufen?
Ja, das stimmt.

Warum?
Ich rede nicht gerne beim Laufen. Das ist die einzige Zeit, in der ich wirklich mal alleine bin. Damit ist es eine sehr wertvolle Zeit für mich. Wenn ich mit Freunden laufe, wissen die, dass ich nicht die ganze Zeit neben ihnen laufen werde. Aber es macht mir Spaß zusammen mit ihnen zu starten und den Lauf auch gemeinsam zu beenden. Meinen einjährigen Sohn Trigg nehme ich häufig im Babyjogger mit zum Laufen. Das finde ich schön. Ich muss nicht reden, Trigg mag es einfach mich singen zu hören.

Eine besonders wertvolle Erfahrung, die ich bei meinen Läufen gemacht habe, war vor einigen Jahren, als ich für den Marathon trainiert habe. Mein Sohn Track ist damals vor mir her gefahren und hat Wasserflaschen auf meiner Strecke aufgestellt. Da habe ich mich wie die Königin der Läuferwelt gefühlt. Track hat sogar Nachrichten auf die Flaschen geklebt, auf denen stand „I love you, Mom“ und „Gib Gas, Mom“. Das war der wertvollste Sommer meines Lebens, denn ich durfte diese wunderbare Erfahrung machen und mein hartes Training dann noch mit meiner persönlichen Marathonbestzeit von 3:59:36 Stunden abschließen. Für nichts in der Welt würde ich diesen Sommer eintauschen!

Was haben Ihnen Ihre Eltern über das Laufen beigebracht?
Sie haben mich vor allem Selbstdisziplin und Zielstrebigkeit gelehrt. Mein Vater hat sehr viel Selbstdisziplin gezeigt, als er für die Qualifikation für den Boston-Marathon trainiert hat. Er hat gesund gegessen und ist morgens bei bitterer Kälte aufgestanden und laufen gegangen. Seine Entschlossenheit zu sehen, und zu begreifen, was es bedeutet für ein Ziel zu trainieren und es zu erreichen, das hat mich geprägt. Mein Vater hat uns beigebracht die Zähne zusammenzubeißen, wenn es während eines Laufs mal weh tut, wenn wir erschöpft sind und am liebsten aufhören wollen.

Woran halten Sie sich fest, wenn es während eines Laufs soweit kommt?
Zu allererst kommt mein Glaube an Gott. Und dann ist da meine ganze Vorbereitung auf den Lauf. Die gibt mir die Sicherheit, dass ich es schaffen kann. Wenn ich darüber nachdenke, bin ich wirklich dankbar für diese ganzen weniger schönen Erfahrungen, die ich beim Laufen gemacht habe. Ich habe viel daraus gelernt.

Mein soziales Umfeld wurde durch das Laufen geformt. Wir lieben es draußen aktiv zu sein, zusammen mit Freunden oder der Familie, egal, ob es nun Skifahren oder Laufen oder eine Fahrt mit dem Schneemobil ist. Wir wohnen an einem See, und es ist wunderbar im Sommer dort im Wasser zu spielen oder im Winter eine Schlittschuhbahn zu bauen. Wir versuchen auch unsere Liebe zum Sport mit dem Geschäftlichen zu verbinden. Todd bringt ab und zu potentielle Arbeitnehmer mit zu uns und fährt mit ihnen Schneemobil, um mehr über sie zu erfahren und zu sehen, was für Menschen das sind.

Sie nehmen also auch politische Freunde, oder vielleicht auch Feinde, mit zu einem Lauf oder fordern Sie zu einem Basketballmatch auf?
Bei mir sind das eher Freunde oder meine Familie. Wenn meine drei Teenager ihre Freunde da haben, dann spielen wir Einer-gegen-Einen oder etwas anderes. Ich habe aber auch oft mit John McCain rumgescherzt, dass er mit mir joggen gehen soll. Einmal habe ich ihn dann gefragt, was er am liebsten an Sport macht, und er sagte, „Ich gehe waten.“ Waten. Er lebt an einer schmalen Bucht in Arizona, also geht er waten. Das hat mich umgehauen.

Er hat ihr Angebot gemeinsam laufen zu gehen also nicht angenommen?
Nein, aber wir wollen ihn immer noch dazu bringen, nach Alaska zu kommen. Dann nehmen wir ihn mit zum Skifahren oder auf eine Tour mit dem Schneemobil. Das würde ihm Spaß machen.

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