Toms Top Ten

Zielfotos: Plakatreife Entgleisungen

Der Moment des Zieleinlaufs ist ein ganz wichtiger, deshalb wird er auch immer wieder fotografisch festgehalten. Dass man in diesem Moment vieles falsch machen kann, zeigt Toms Top Ten.

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Finisher-Fotos: Nicht immer so überzeugend wie hier bei Frank K.

Bild: Tom

Finisher-Fotos zeigen große Emotionen. Und manchmal auch großartige Entgleisungen. Einige könnten glatt als Plakat für Film und Fernsehen taugen. Zum Beispiel diese hier:

10. „Rambo“: Kennen Sie diese Körperhaltung, in der Massenvernichtungs-Sympathieträger Rambo seine beidhändigen Etüden für zwei Stalinorgeln übt? Und diesen Gesichtsausdruck dazu – wie beim Intim-Epilieren? Hinterfragen wir nicht die Gründe, sondern stellen einfach fest: Einige Finisher kommen so ins Ziel, kaufen sogar das Foto und kopieren es in ihren Lebenslauf.

9. „Germany's Next Topmodel“: Lächeln und Körperhaltung können nach 42 Kilometern gefährlich gelitten haben. Model-Posen auf der Ziellinie gleiten dann leicht ab in Richtung „Bestatter sucht Frau“. Gut, Ihr Foto taugt immer noch für die Bewerbung beim Shopping-Kanal oder einem Sequel von „Dawn of the Dead“.

8. „Crank“: Starthilfekabel an die Zunge geklemmt und gib ihm: Entsprechend gucken sie auf dem Finisher-Foto à la „Crank“. Mit diesem Blick können Sie zukünftig bei Stresshilfe-Seminaren jede Warteliste umgehen.

7. „Twilight“: Soll das ein Lächeln sein – oder verwandeln Sie sich gerade in einen Werwolf? Finisher-Fotos dieser Art dienten Jack Nicholson als Vorlage für den Titel von „Shining“.

6. „Männer, die auf Ziegen starren“: Die Hauptfiguren dieses Streifens gehören zu einer Spezialeinheit, die angeblich Tiere mit bloßen Blicken töten. Wer so ins Ziel kommt, wird mit „Willkommen bei Mario Barth“ nicht unter zwei Wiederholungen bestraft.

5. Public-Relation-Videos: Wenn uns eine Business-Blondine die Vorzüge des Knoblauchanbaus näherbringt, durchweht das die eisige Aura des Gekünstelten. Wenn Sie selbst im Ziel eines Marathons nicht mehr Emotionen rüberbringen können, werden Sie besser Spiegel-TV-Moderator.

4. Französisches Autorenkino: Es ist der Moment der größten Emotion. Das Finale. Pure Action. Und was machen Sie? Fangen auf der Ziellinie eine Diskussion an über Themen wie Laufschuhschnürung, Warzenvereisung oder Daseinsverachtung. Damit gewinnen Sie gar nix und schon gar keinen Oscar.

3. „Der Profi“: Ein Klassiker. Man denkt: Bestimmt sehe ich coole Socke auf der Ziellinie aus wie Jean Paul Belmondo. Das Foto zeigt dann: leider nein. Eher wie ein Gangster in der Endphase von „Kevin allein zu Haus“.

2. „Titanic“: „Ich bin der König der Welt!“ könnten Sie auf der Ziellinie Ihre Freude hinausschreien. Immerhin breiten Sie die Arme aus und schauen… nun, wie der König der Welt. Im Alltag wäre so ein Verhalten deplatziert. Hier dürfen Sie das. Und haben ein Schätzchen fürs Familienalbum.

1. „Zwei Banditen“: Das ist die hohe Schule des Finisher-Fotos! In der klassischen Schluss-Szene stürmen Butch Cassidy und Sundance Kid aus einem von der Armee umstellten Haus. Sie erstrahlen glorreich für die Dauer einer Blendenöffnung. Und was danach kommt, das sieht ja dann kaum einer mehr.

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