Toms Top Ten

Wie Laufen die Geschichte prägte

Umwälzungen, Umbrüche: Hier sind die Ereignisse, die das Weltgeschehen entscheidend mitbestimmten. Ohne das Laufen wären sie nie passiert.

26032013 Churchill

Churchill: Kaum sagte er "No sports!", wurde er auch schon abgewählt.

Bild: Tom

10. Was war es, das die urzeitlichen Wasserbewohner bewog, zu Amphibien zu werden und an Land zu laufen? Ein grinsender Quastenflossler namens Strunz? Orangenhaut um die Hinterflossen? Keine Lust mehr auf Aquajogging? Wir wissen es nicht. Tatsache ist nur: Sie wollten laufen.

9. Aussterben der Dinos – vergessen Sie Meteoriten, Vulkane, Klimawandel. Die Riesenechsen waren ganz allein schuld an ihrer Misere. Schon damals warnte „Raptor‘s World“ vor den unkontrollierbaren Folgen der Gewichtszunahme. Hat schon seinen Grund, dass der Tyranno-Saurus nicht Runno-Saurus hieß. Und irgendwann liefen ihm alle lachend davon.

8. Schon vor fünf Millionen Jahren entwickelten wir den aufrechten Gang. Warum, dazu gibt es viele abstruse Hypothesen. Die schönste: So konnten wir über das Savannengras schauen. Bis uns einer von diesen Deppen, die noch auf allen Vieren rumkrabbelten, seinen Schädel in den Bauch rammte. Egal, entscheidend ist, der aufrechte Gang hat sich durchgesetzt.

7. Bereits 2.000 Jahre vor Christus trugen die Griechen erste Olympische Spiele aus – nicht per Faustkampf, nicht per Diskuswurf, sondern mit Laufen. Koroibos, erster überlieferter Olympiasieger überhaupt, lief die Stadionlänge von 192 Metern in einer Zeit von 22,9 Sekunden. Äh...

6. Im dritten Jahrhundert verfasst in Nordindien der Weise Mallanaga das Kamasutra, einen der ersten Trainingspläne überhaupt. Erster zu sein stand damals noch nicht so im Vordergrund, eher das gemeinsame Ankommen.

5. Nirgends wird die Überlegenheit des Läufers deutlicher als bei den Entdeckern Marco Polo (laufen) und Chris Kolumbus (schippern). Der eine steht für Völkerverständigung, Aufklärung und Zielerreichung. Der andere für überlebenslange Ahnungslosigkeit („Indianer“, haha), zerdepperte Eier und die erfolglose Suche nach Gold.

4. Womit begann denn wohl die Französische Revolution? Hm? Etwa mit dem Radeln nach Brazzaville? Oder mit dem Kraulschwimmen auf der Antille? Nein! Mit dem Sturmlauf auf die Bastille.

3. Ach, die Vergänglichkeit der Stilperioden! Romanik – out. Gotik – out. Romantik – so was von out. Und was war schon immer in? Genau, Botanik. Die wir Läufer seit Menschengedenken genießen.

2. Der VW Käfer ist DAS Symbol des deutschen Wirtschaftswunders. Und warum? Klar, weil er läuft und läuft und läuft.

1. Gerade als man sich schweren Herzens an Stadionnamen wie „O2-Arena“ gewöhnt hatte, erreicht deutsches Sportsponsoring einen neuen Tiefpunkt. Ein namhafter Sportartikelproduzent reicht beim Internationalen Olympischen Komitee eine einstweilige Verfügung gegen „Olympionike“ ein. Das solle jetzt bitte „Olympiopuma“ heißen.

Mehr von Tom alias Marvin Running zwischen zwei (realen oder virtuellen) Buchdeckeln.

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