Paula Radcliffe

Weltrekordlerin mit dem Image der ewigen Verliererin

Die Karriere von Paula Radcliffe war von Höhen und Tiefen geprägt.

Prinz Harry überreichte Paula Radcliffe, hier mit ihren beiden Kindern, nach dem London-Marathon den "John Disley Lifetime Achievement Award" in Anerkennung ihrer außergewöhnlichen Leistungen. Der Pokal ist nach John Disley (links), einem der Gründer des London-Marathons, benannt und wurde erstmals vergeben.

Bild: photorun.net

In den folgenden Jahren verbesserte sich Paula Radcliffe stetig, doch zugleich erlief sie sich das Image der ewigen Verliererin. Immer wieder war sie in großen Finals couragiert gelaufen wie keine andere – immer wieder war sie am Ende geschlagen. Fünfte bei der WM 1995 und bei Olympia 1996 über 5000 m, Vierte bei der WM 1997 (5000 m), geschwächt von einem Virus wieder nur Fünfte bei der EM 1998 über 10.000 m, einmal mehr geschlagen im Schlussspurt, aber immerhin Zweite bei der WM 1999 (10.000 m) sowie noch zweimal Vierte bei Olympia 2000 und der WM 2001 (jeweils 10.000 m). Unglücklicher konnte die Bilanz kaum sein. Doch eine von Paula Radcliffes Stärken ist der britische „fighting spirit“ – sie gab nie auf. Nach Olympia in Sydney 2000 sagte sie sich: „Beim nächsten Mal wird es anders.“ Und tatsächlich – nach Sydney folgten große Siege: Die Engländerin wurde dreimal Halbmarathon-Weltmeisterin (2000, 2001, 2003) und zweimal Cross-Weltmeisterin (2001 und 2002). Auch auf der Bahn lief sie nun zu ihren ersten Goldmedaillen: Bei den Commonwealth Games 2002 in Manchester über 5000 m und bei den Europameisterschaften in München im gleichen Jahr über 10.000 m, wobei sie im strömenden Regen mit 30:01,09 Minuten einen sensationellen Europarekord aufstellte.

Paula Radcliffe lief die drei schnellsten je gelaufenen Marathonzeiten der Frauen

Doch beeindruckender war das, was Paula Radcliffe auf der Straße und speziell im Marathon erreichte. Sie stellte zwei Weltrekorde über 5 km auf (14:57 und 14:51 Minuten), hält nach wie vor den 10-km-Weltrekord (30:21) und lief eine Halbmarathonzeit von 65:40 Minuten, die über viele Jahre nicht unterboten wurde, jedoch nicht als offizieller Weltrekord gelten konnte (die Strecke in Newcastle erfüllt nicht die für Weltrekorde nötigen Bedingungen). Ihre Marathonkarriere begann Paula Radcliffe, die sich wie kaum ein anderer Athlet im Anti-Doping-Kampf engagierte, mit einem Paukenschlag: Auf Anhieb lief sie 2002 in London 2:18:56 Stunden und verpasste den damaligen Weltrekord lediglich um zehn Sekunden. Im Herbst brach sie den Rekord dann in Chicago (2:17:18) und im Frühjahr 2003 stürmte sie zu jenen 2:15:25 Stunden. Noch heute hält Paula Radcliffe die drei schnellsten je gelaufenen Zeiten im Marathon und vier der schnellsten zehn.

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2:23:46 Stunden beim Berlin-Marathon 2011


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