Dieter Baumann

Walkingtour wird zur Strapaze

Die Walking-Tour durch das Massai-Land Tansania raubt Dieter Baumann seine letzte Energie. Nur das Laufen hilft noch.

Lauf der Woche
Freitag, 20. August 2010
Ort: Moshi, Tansania
33 Minuten – locker, auf Rasen, Golfplatz


Mit einer gewissen Geringschätzung blicken wir Läufer auf die Walkingszene. Ganz egal, ob sich die Walker mit oder ohne Stöcke fortbewegen, wir Läufer sind davon überzeugt: Laufen macht fitter. Wir tanken Energie und fühlen uns danach einfach besser.

In bester körperlicher Verfassung umrundete ich in der vergangenen Woche den Vulkan Oldonio Lengai im Maasai-Land. Der erste Tag brachte mir eine Tour durch hüfthohes Gras. Vorweg marschierte ein Wildhüter mit Gewehr, schließlich bewegten wir uns im Nationalpark des Ngorongoro-Kraters. Und tatsächlich kreuzen einige Zebras und Giraffen unseren Weg. Wobei die Bezeichnung Weg nicht im eigentlichen Sinne zu verstehen ist. Ich stolperte sechs Stunden über Erdhügel und Grasbüschel hinter dem Mann mit Gewehr her. Manchmal verlor ich Sichtkontakt, was mich etwas beunruhigte, denn im hüfthohen Gras liegen auch noch andere Tiere außer Zebras, sodass ich zwei, drei Laufschritte einbaute, um wieder dran zu sein.

Am zweiten Tag stiegen wir den Empakei-Krater hinunter und wieder hoch. Läppische zwei Stunden Marsch zum Aufwachen. Allerdings ganz ohne Wildhüter. Dafür mit einem Maasai-Krieger. Der zeigte mir gleich zu Beginn des Tages frische Leopardenspuren. Keine 500 Meter von unserm Camp entfernt. Ein Gewehr hatte der Maasai nicht, dafür einen langen Stock. Wir wanderten weiter bis weit hinter das Dorf Naiobi. Mitten hinein in eine Asche- und Sandwüste, Zeugnis des letzten Ausbruches des Vulkans vor etwas mehr als einem Jahr. Genau dort schlugen wir nach vier Stunden Marsch unser Camp auf.

Der dritte Tag brachte viel Wind und damit viel Sand und Asche. Entlang der Bergkämme wurde die Walkingtour nun zur Strapaze. Der Maasai hatte zum Glück nicht nur seinen Leopardenstock dabei, sondern zog zwei Leki-Stöcke aus dem Rucksack. Nur damit gelang mir der steile Abstieg über knietiefe Aschehalden runter zum Lake Natron. Wieder fünf Stunden. Schon am Abend im Camp spürte ich ein leichtes Ziehen in der Kniekehle bis zur Wade. Am folgende Tag spürte ich das Ziehen am ganzen Körper.

Walking, das war mir damit wieder klar geworden, raubt einem die letzte Energie. Deshalb ging ich endlich wieder laufen. In meinem früheren Leben galt die Lösung: Laufen auf Rasen wirkt wie eine Massage. Deshalb lief ich auf dem Golfplatz von Moshi. Ich lief langsam, der weiche Untergrund federte, die Beine kamen in Schwung und am Ende des Laufes fühlte ich mich wieder so frisch wie vor der Walkingtour. Wieder einmal ein klarer Beweis, dass Laufen fitter macht.

Dieter Baumann: Lauf der Woche:

Zwischen Regenwäldern und Teeplan...

So leicht geht Laufen

Vom Walker zum Jogger

anfänger/abnehmen/mythos
Sie walken regelmäßig, aber ab und zu überlegen Sie schon mal, ob Sie... mehr

Dieter Baumann

Zwischen Regenwäldern und Teeplantagen

20082010_baumann_lauf_der_woche_1
Die Schreie "pole, pole" schallten Dieter Baumann bei seinem Lauf am... mehr