Waldemar Cierpinski über das Leben nach der großen Karriere

Auch nach seiner aktiven Karriere ist Waldemar Cierpinski sportlich sehr aktiv.

Interview Cierpinski

Falk Cierpinski ist wie sein Vater ein erfolgreicher Marathonläufer.

Bild: Urs Weber

RUNNER’S WORLD: Welchen Stellenwert hat das Laufen heute für Sie?
Das Laufen ist leider hinter das Fußballspielen getreten, weil es auch einfach schön ist mit der Mannschaft zu spielen.

RUNNER’S WORLD: Wann haben Sie eigentlich mit Fußball angefangen?
Seitdem ich Sport mache. Wir haben früher in der Ausbildung schon zweimal pro Woche Fußball gespielt. Das habe ich auch immer bis kurz vor den Wettkämpfen beibehalten. Spielsportarten entwickeln ziemlich gut die reaktiven Kräfte. Wenn ein Marathonläufer bei Kilometer dreißig plötzlich hauptsächlich auf die reaktiven Kräfte angewiesen ist und dann schlagartig schlecht wird, weil die Muskulatur das nicht mehr halten kann, dann läuft er schlechter, entwickelt eine schlechte Technik und kann nicht durchlaufen. Ein Marathonläufer muss im Ziel genau so aussehen wie beim Start. Dann kann er eine gute Zeit laufen. Jetzt macht mir das viel Spaß, wobei ich merke, dass ich ohne Laufen gar nicht zu Recht komme. Ich bin nur zufrieden, wenn ich zusätzlich in der Woche noch zwei bis dreimal laufen kann.

RUNNER’S WORLD: Wie oft gehen Sie laufen beziehungsweise spielen Sie Fußball?
Zweimal die Woche spiele ich Fußball, zwei bis dreimal die Woche gehe ich Laufen und zudem spiele ich Tennis und gehe regelmäßig in die Sauna. Ich habe das Glück, mir die Zeit trotz der Arbeit nehmen zu können.

RUNNER’S WORLD: Wie sieht Ihre zeitliche Einteilung aus?
Das kann man nicht so genau sagen. Ich habe insgesamt einen zwölf Stunden Tag. Ich muss täglich alle Sachen lösen und stehe in allen Bereichen in der vollen Verantwortung.

Weitere Interviews im Laufschritt finden Sie unter runnersworld.de/einlaufmit.

RUNNER’S WORLD: Ist es problematischer den eigenen Sohn zu trainieren, als einen dritten?
Ein bisschen problematischer ist es schon, aber ich habe das Glück, dass Falk sehr selbstständig ist und dadurch ein paar Sachen, wo ich als Vater hadere, alleine löst. Bei Tobias Sauter oder Martin Beckmann sage ich dann manchmal die Dinge einfach gerade raus, wo ich bei Falk dann doch noch ein zweites Mal darüber nachdenke, wie ich es sage.

RUNNER'S WORLD: Gab es geheime Tricks?
Am Abend vor großen Wettkämpfen zur Beruhigung ein großes Glas Sekt trinken. Bei mir hat das gut funktioniert: Mein Ruhepuls sank dann auf die gewohnten 36 Schläge pro Minute.

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