Dieter Baumann

Waden schonen durch Radeln?

Dieter Baumann lässt sich vom Triathlon inspirieren und steigt auf's Rad. Das Resultat: eine langsame Heimfahrt.

Dieter Baumann fährt Rad

Wuchtete sich eine steile Steige hinauf: Dieter Baumann bei Radfahren.

Bild: privat

Lauf der Woche
Dienstag, 20. Juli 2010
Tübingen
2 Stunden Radfahren


Kaum war der 5.000-m-Lauf bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Braunschweig vorbei, saßen wir wieder im Auto und ab ging es nach Tübingen. Alle waren wir noch beglückt vom ersten Platz durch Arne Gabius und dem zweiten Platz von Filmon Ghirmai. Dazu kam der 4. Platz durch Kerstin Marxen über 800 Meter. Das Maximum erreicht. Doch bei diesen Meisterschaften hatten wir nicht nur mit den Wettkämpfen Glück, auch unsere Unterkunft war top.

Wir wohnten am Rande der Stadt und nicht unweit war ein kleiner Badesee. Dazu ein kleiner Wald. Ideal also für die Athleten. Absolute Ruhe und am Morgen konnten sie sich alle vor dem Rennen bei einem kleinen Dauerlauf auf die Aufgabe einstimmen. Klar lief ich mit (wie Sie am Ergebnis sehen können, war einer meiner 100 Motivationstipps Gold wert. Welcher? Keine Ahnung).

Bei diesem Morgenlauf (meine Wade war trotz Maistreten nicht in guter Form) bauten einige Helfer einen Kurs für einen kleinen Triathlon auf. Nach dem Frühstück schaute ich mir das Spektakel an und siehe da, ich war direkt motiviert und ging danach erst einmal schwimmen. Sehr gerne würde ich ja diese 200 Meter „Freistil“ (mal toter Mann spielend, mal Brust, mal Rückenkraul ohne Armen) zum Lauf der Woche machen, aber das zählt natürlich nicht. Wobei als Tipp am Rande: Schwimmen stärkt den Rücken und hilft (vielleicht) gegen Wade.

Durch die Triathleten animiert ging ich nicht nur Schwimmen, sondern stieg, um meine Wade zu schonen, auch aufs Rad. Der Vorteil beim Radfahren ist, dass wir Läufer viel weiter kommen. Endlich sehen wir etwas von unserer Heimat. Ich fuhr den Neckar entlang, vorbei an Rottenburg (Wurmlinger Kappelle) in Richtung Horb (der Ort der Ritterspiele). Landschaftlich ist die Strecke toll, doch sportlich war sie stinklangweilig, alles flach. Bin ich nun Athlet oder nicht? Ich erinnerte mich an die blamablen Schwimmübungen und entschied mich nach einer Stunde eine steile Steige hinauf zu fahren.

Beim Sport möchte ich zumindest einmal meinen Körper spüren. Den Puls hoch jagen. Am Berg bin ich top, dachte ich und erinnerte mich an eine Fahrt über den Albulapass. Doch das war ein Fehler, denn die Fahrt in der Schweiz war schon mehr als 10 Jahre her. Nicht dass ich nie mehr Rad gefahren wäre, aber um ehrlich zu sein, viel war es nicht. Nach einem Kilometer Bergfahren stellte ich fest, dass ich kein größeres Ritzel mehr am Hinterrad hatte. Vielleicht hätte ich mein Rad seit damals einfach einmal umrüsten sollen. Ich wuchtete mich den Rest der Steige hoch, fuhr umso langsamer nach Hause und hoffe, dass mein Maistreten endlich anspricht.

Dieter Baumann: Lauf der Woche:

Der Mais macht's