Über das Laufen in Alaska

Sarah Palin liebt Alaska. Selbst im Winter bei eisigen Temperaturen geht sie dort laufen.

Erzählen Sie mir, wie es ist in Alaska zu laufen.
Es ist wunderbar im Sommer um 22 Uhr oder 23 Uhr raus zu gehen und die Sonne scheint und die Schönheit Alaskas liegt zu meinen Füßen. Im Winter ist es nicht ganz so spaßig. Aber auch wenn es nur 20° oder 30° (Fahrenheit; in Celsius entspricht das etwa -7° bis -1°) sind und es stockdunkel ist, versuche ich trotzdem raus zu gehen. Dann ziehe ich einfach ganz viele Lagen übereinander an, trage größere Schuhe, sodass ich zwei Paar Wollsocken anziehen kann. Überall in Alaska gibt es Menschen, die laufen gehen. Ich bin nur eine Läuferin von vielen dort draußen, die die gute, saubere Luft Alaskas genießen – egal ob es 20° F (ca. -7° Celsius) oder 60° F (ca. 16° Celsius) sind und ob die Sonne nun um Mitternacht noch scheint oder nicht.

Erinnern Sie sich an Ihren kältesten Lauf?
Das war zu der Zeit, als ich mit Track (ihr ältester Sohn) zu dessen Hockeyspielen und Turnieren nach Fairbanks gefahren bin. Ich bin laufen gegangen, während er trainierte oder ein Spiel hatte. Da waren es 20° bis 30° F.

Wie bereiten Sie sich auf einen Lauf vor, wenn es so kalt ist?
Nach so vielen Jahren weiß ich, was ich tragen muss. Man muss vor allem die freiliegende Haut im Gesicht bedecken. Das sind wir Menschen in Alaska aber ohnehin gewöhnt. Mein Mann fährt Rennen mit dem Schneemobil. Die Rennfahrer leben davon mit Panzertape jede freiliegende Hautstelle abzudecken. So machen es auch die Läufer. Nicht mit Panzertape, wie die Schneemobilfahrer, sondern mit verschiedenem Fleece und mehreren Schichten, um wirklich jeden freiliegenden Teil des Körpers zu bedecken. Für mich ist das kein Spaß, man muss sich sehr konzentrieren und macht sich ständig Gedanken über die kalten Temperaturen. Darum nutze ich, wenn ich reise oder wenn es Sommer ist in Alaska, jede Möglichkeit, die sich mir zum Laufen gehen bietet. Ohne diese ganzen Schichten zu laufen ist so befreiend.

Und trotzdem versuchen Sie jeden Tag zu laufen, auch in Fairbanks?
Ich wünschte, ich würde jeden Tag laufen. Ich mag es nicht, wenn ich mehrere Tage nicht laufen gehe. Wenn ich außerhalb Alaskas herumreise, weiß jeder, wer auch immer mit mir reist, dass ich mir immer Zeit zum laufen nehme. Ich laufe nicht gerne am frühen Morgen, aber ich mache es, wenn es nicht anders geht. Ein Lauf in der Mittagszeit passt mir als Mutter am besten. Nach der Arbeit noch mal raus zu gehen bedeutet für mich eine Stunde weniger mit meinen Kindern. Das macht mir ein schlechtes Gewissen.

Wurden Sie bei ihren Läufen in den Wildgebieten Alaskas jemals von einem Tier angefallen?
Angefallen nicht, aber ich bin einmal einer Schwarzbärin mit ihren Jungen in einem Baum begegnet. Und auf meinen Laufstrecken in Wasilla und Anchorage sehe ich oft Elche. Ich habe gelernt, sie in Ruhe zu lassen.

Gibt es auf Ihrer Laufstrecke in Alaska Landschaften, die hervorstechen? Vielleicht ein bestimmter Berg oder ein Gletscher?
Hier in Juneau gibt es eine wunderschöne Strecke, die direkt entlang des Mendenhall Gletschers führt. Und in Anchorage gibt es einen Küstenweg, der einen entlang von Cook Inlet führt. Man sieht Mount McKinley, den höchsten Gipfel Nordamerikas und aktive Vulkane am Horizont. Man kann auch die Wale draußen im Meer sehen. Es ist absolut himmlisch. Gottes Hand ist hier überall zu sehen.

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