Haile Gebrselassie

Stimmen zum Rücktritt

Sebastian Coe (früherer 800-m-Weltrekordler und Olympia-Chef von London 2012) gegenüber der BBC: „Wir werden lange warten müssen, bevor ein Athlet so viele verschiedene Distanzen über einen so außergewöhnlich langen Zeitraum dominiert wie Haile Gebrselassie. Der schwierigste Test für einen großen Athleten ist es, langfristig Erfolg zu haben – das schaffte er pausenlos. Es gab nichts, was er nicht erreichen konnte und er machte das alles mit Stil. Ich glaube, Haile ist der größte Leichtathlet der letzten 50 Jahre und vielleicht der Größte aller Zeiten.“

Gebre Gebremariam (Äthiopiens New York-Marathon-Sieger 2010) gegenüber der BBC: „Ich lief hinter Haile, als er aufgab. Ich rief ihm zu: ,Komm’ Haile, lauf weiter’. Aber er konnte nicht und sagte: ,Ich kann nicht Gebre – Du musst weiter rennen.’ Haile ist ein Vorbild, er ist ein König. Ich habe viel von ihm gelernt.“


Haile Gebrselassie mit Mark Milde nach dem Berlin-Marathon 2009, bei dem er den letzten Weltrekord seiner Karriere (über 30 km) aufstellte.

Bild: photorun.net

Mark Milde (Race-Direktor des Berlin-Marathons): „Es stimmt mich traurig, dass Haile seine Karriere beendet hat. Ich dachte, er würde noch ein paar Marathonrennen laufen, zumal er vor kurzem den Halbmarathon in Newcastle mit starken 59:33 Minuten gewonnen hat. Vielleicht kommt sein Rücktritt zu früh und ist etwas überstürzt. Wir können aber froh sein, dass wir ihn so oft in Berlin am Start hatten. Aufgrund seiner vier Siege und zwei Weltrekorde wird er ewig mit dem Berlin-Marathon in Verbindung bleiben. Wir konnten dank ihm Geschichte schreiben. Haile

hat den Marathon und den Laufsport aber nicht nur aufgrund seiner Weltrekorde voran gebracht. Er hat das Laufen vorgelebt und den Menschen immer wieder die Freude an diesem Sport vermittelt.“

Lamine Diack (Präsident des internationalen Leichtathletik-Verbandes IAAF): „Er war ein Held, eine Legende, ein Genie des Sportes! Wenn man die Bedeutung von Haile Gebrselassie als Leichtathletik-Superstar beschreiben soll, ist es nicht möglich zu übertreiben. Daher war ich sehr traurig, als mich die Nachricht von seinem plötzlichen Karriereende erreichte. Der mehrfache Weltmeister und Olympiasieger sowie Serien-Weltrekordler wird als einer der größten Athleten aller Zeiten angesehen. Aber für Millionen Menschen auf dem Erdball ist er mehr als eine sportliche Ikone. Er ist großzügig und warmherzig und pflegt einen beispielhaft würdevollen Umgang.“

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