Rotterdam-Marathon

Starker Einstand für Robert Krebs

Robert Krebs, der in Rotterdam seinen ­ersten Marathon in 2:16:38 Stunden finishte im Interview mit Martin Grüning.

Starker Einstand für Robert Krebs

Robert Krebs

Bild: Thomas Wenning

Robert Krebs lief in Rotterdam seinen ­ersten Marathon und finishte auf Anhieb in beacht­lichen 2:16:38 Stunden. Martin Grüning sprach mit dem 22-jährigen Wirtschaftsstudenten, der jetzt in der darbenden deutschen Männer-Marathon-Szene als großer Hoffnungsträger gilt.

Martin Grüning: Herzlichen Glückwunsch zum gelungenen Marathondebüt!

Robert Krebs: Danke. Das war ganz okay. Die Zeit war nicht so schnell wie erwartet, aber ich bin fürs Erste zufrieden – nicht mehr und nicht weniger.

Martin Grüning: War das mit 22 Jahren der endgültige Umstieg auf die Marathondistanz?

Robert Krebs: Ich habe schon immer Straßenläufe mitgemacht und auch schon immer die langen Strecken geliebt. Von daher bot es sich an, jetzt mal einen Marathon zu laufen. Von einem Umstieg würde ich aber nicht ­reden, zumal ich weiterhin auch kürzere Bahndistanzen laufen werde.

Martin Grüning: Warum haben Sie sich für Rotterdam entschieden und wie war der Rennverlauf?

Robert Krebs: Die Strecke ist als schnell bekannt, und der Termin passte in meine Frühjahrsplanung, unter anderem mit einem langen Höhentrainingsaufenthalt in Kenia, von dem ich zweieinhalb Wochen vor dem Start zurückkam. Das Rennen verlief nicht ganz wie erhofft. Ich hatte zwar schnell eine Gruppe gefunden, aber das Tempo war unrhythmisch und die Gruppe war sich über die Renngestaltung nicht einig, sodass ich ab Kilometer 20 viel vornweg laufen musste. Und das war genau der Moment, ab dem es auch Gegenwind gab. Ab Kilometer 35 war ich allein und eigent­lich lief ab da nichts mehr wie gewünscht.

Martin Grüning: Stimmt es, dass Sie sogar eine Zeit lang damit geliebäugelt ­haben, die 2:12 Stunden anzugreifen, die Norm für die Olympischen Spiele?

Robert Krebs: Das war mal ein ganz entfernter Gedanke. ­Damit habe ich mich unmittelbar vor dem Rennen aber nicht mehr vorrangig beschäftigt. Ich kann nur so viel ­sagen: Im Training lief es derart gut, dass ich mir eine deutlich schnellere Zeit als die 2:16 Stunden zugetraut hätte. Ich habe aber unterwegs auch Fehler gemacht – Fehler, die man eben macht, wenn man zum ersten Mal Marathon läuft. Ich habe zum Beispiel die Verpflegungsaufnahme verpasst und habe eventuell auch zu nah ans Rennen heran trainiert. Aber es ist okay und ich kann es jetzt nicht mehr ändern. Beim nächsten Mal passiert das nicht mehr.

Martin Grüning: Aber 2:12 Stunden ist schon eine Zeit, die Sie sich zutrauen?

Robert Krebs: Auf jeden Fall.

Martin Grüning: Warum tun sich die deutschen Männer derzeit so schwer damit, solche Zeiten zu erreichen?

Robert Krebs: Das kann ich nicht ­sagen. Ich kann auch nur für mich sprechen. Ich sehe, wie die anderen trainieren, und wenn man zum Beispiel André Pollmächer nimmt, dann sage ich: Der müsste es eigentlich packen. Warum er es nicht tut, weiß ich nicht.

Martin Grüning:
Was steht nach dem Marathon-Frühjahr als großes Saisonziel noch an?

Robert Krebs: Ich werde im Sommer 5.000 und 10.000 Meter rennen, und natürlich hoffe ich auf eine Teilnahme an den Europameisterschaften Ende Juni in Helsinki.

Martin Grüning: Dazu müssten Sie über 10.000 Meter ­unter 28:41 Minuten bleiben.

Robert Krebs: Das ist aber nicht unrealistisch. Ich habe aus dem Marathontraining heraus meine 3000-Meter-Zeit auf 8:02 Minuten verbessert, was zeigt, dass ich auch untenrum noch Potenzial habe.

Martin Grüning: Und im Herbst laufen Sie den BMW-Berlin-Marathon mit?

Robert Krebs: Das ist noch nicht entschieden. Vielleicht laufe ich auch nur einen Halbmarathon. Die Planungen für den Herbst sind ja verständlicherweise noch nicht abgeschlossen.