Westerwald-Steig

Spendenlauf gegen sexuellen Missbrauch

Mit seinem Spendenlauf hilft Jörg Schimitzek Opfern von Gewalt und sexuellem Missbrauch. Dafür überwindet er viele Kilometer auf dem Westerwald-Steig.

Etappenlauf gegen sexuellen Missbrauch - Fotos

Jörg Schimitzek ist 42 Jahre alt und begeisterter Trailrunner mit Hund. An den beiden ersten Aprilwochenenden (5.-7. und 12.-14.) läuft er mit seinem Hund Nanuk den Westerwald-Steig von Bad Hönningen nach Herborn. Dabei überwinden die beiden 235 Kilometer und 6.200 Höhenmeter.

Einige Eindrücke der ersten drei Lauftage finden Sie in der Bildergalerie oben, einen Erlebnisbericht weiter unten.

Dieser Lauf ist Jörgs „Lebenslauf“, sein Projekt, mit dem er Spenden für Kinder und Jugendliche sammeln möchte, die Gewalt und sexuellen Missbrauch erfahren haben. Gleichzeitig ist es sein eigenes Comingout, denn Jörg wurde selbst als Kind von seinem Stiefvater misshandelt und missbraucht. Damals hatte er nicht die Kraft sich zu wehren. Nun möchte er sich im Kampf gegen die Gewalt auf die Seite der Opfer stellen um ihnen zu helfen.

Für jeden Kilometer, den der Familienvater zurücklegt, kann man spenden, indem man Kilometerpate wird, oder ihn unterwegs trifft und spendet. Wenn man möchte, kann man auch ein Stück mitlaufen. Die erlaufenen Spenden werden der „Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen e.V.“ mit Sitz in Siershahn/Westerwald zur Verfügung gestellt. Mit dem Geld stellt die Initiative die dringend notwendige Unterstützung für die Opfer von Gewalt und sexuellem Missbrauch z.B. bei therapiebegleitenden Maßnahmen oder bei der Nebenklagevertretung vor Gericht sicher.

Das Spendenkonto lautet:
KREISSPARKASSE LIMBURG
BLZ: 511 500 18
Kto.: 177 369 253

Bitte Namen, Straße, PLZ und Ort auf dem Überweisungsträger eintragen damit eine Spendenquittung ausgestellt werden kann.

Alle Hintergrundinfos zum LebensLauf-Projekt und Jörg Schimitzeks persönlichen Geschichte finden Sie auf seiner Internetseite.

Jörg und sein Hund Nanuk.

Bild: Privat

Die Zwischenbilanz von Jörg Schimitzek: Drei anstrengend schöne Lauftage gegen sexuellen Missbrauch auf dem Westerwald-Steig
"Frühlingswetter mit blauem Himmel, Sonnenschein und Temperaturen um die 15 °C. So hatte ich mir die Bedingungen für den ersten Lauf meines Projektes „LebensLauf gegen sexualisierte Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen“ vorgestellt. Ich kennen den Westerwald mit seinen Höhen über die bekanntlich der Wind so kalt pfeift…aber damit hatte ich nicht gerechnet. Regen und Graupelschauer bei Temperaturen zwischen 0-3 °C waren die Realität am vergangenen, ersten von zwei geplanten Laufwochenende.

Trotz des ungemütlichen Wetters war die Stimmung beim Start am Einstieg in den Westerwald-Steig in Rheinbrohl (Krs. Neuwied) sehr gut. Nach meiner kurzen offiziellen Ansprache startete ich in die erste der insgesamt 6 Etappen über den 235 km langen Westerwald-Steig. Es begleiten mich 3 Freunde zumindest über die ersten 20 km. Für den diesen Tag standen 46.5 km und gut 1800 zu überwindende Höhenmeter auf dem Programm.

Wenige Kilometer nach dem Start erreichten wir die ersten Reste des Limes. Das heutige UNESCO Welterbe verlief über mehr als 500 km vom Rhein bei Rheinbrohl bis zur Donau und bildete einst die Grenze zwischen dem römischen Imperium und dem freien Germanien. Der erste steile Anstieg von Rhein- auf Westerwaldniveau führte uns über beeindruckende Hohl- und Wurzelwege auf den knapp 400 müNN liegenden Malberg und bescherte uns einen fantastischen Ausblick.

Weiter ging es talwärts bis zur Wied um uns auf der anderen Seite erneut auf einen der nächsten Gipfel zu kämpfen. Immer wieder kreuzen klare Mittelgebirgsbäche unseren Weg und wir verweilen für einen Augenblick um die Schönheit der Natur und der Landschaft auf uns wirken zu lassen.

Asphaltierte Abschnitte sucht man auf dem Westerwald-Steig vergebens. Straßen werden lediglich ein paar Mal überquert. Der überwiegende Anteil der ersten drei Etappen besteht aus traumhaften Singletrails über Stock & Stein und jede Menge Wurzeln, breiten Wald- und Wiesenwegen sowie wenigen geschotterten Abschnitten. Am dritten Tag verlief ein etwa 1.5 km langes Teilstück unserer Laufstrecke entlang eines steilen Hanges parallel zur darunter fließenden Nister. An laufen war nicht zu denken, der Abschnitt erinnerte eher an einen Klettersteig. Stahlseile zum Festhalten waren ja vorhanden.

Neben den landschaftlichen Höhepunkten hatte die Strecke auch einige kulturhistorische Schönheiten wie die beiden Klöster Marienthal und Marienstatt sowie das alte Barockschloss von Hachenburg zu bieten. Das Schloss Hachenburg mit dem darunterliegenden, von historischen Fachwerkhäusern umsäumten „Alten Markt“ war der Zielort der dritten Etappe.

Mit insgesamt 9 Läufern wurden wir von den offiziellen Vertretern der Stadt, dem Gewerbeverein, dem Vorsitzenden der „Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen e.V.“ sowie zahlreichen Bürgern der Stadt herzlich empfangen. Der Höhepunkt des Empfangs war die Übergabe einer großzügigen Spende für mein LebensLauf-Projekt.

Aber nicht nur die Menschen in Hachenburg unterstützen das Projekt. In vielen Gemeinden und Orten wurden wir herzlich begrüßt, so auch in Peterslahr, Horhausen und Weyerbusch. Auch hier sicherten mir die Vertreter aus den politischen Gremien ihre finanzielle Unterstützung zu. Wer aus terminlichen Gründen keine Gelegenheit für ein persönliches Treffen hatte, ließ mir auf dem Postweg seine moralische und auch finanzielle Unterstützung zukommen. So z.B. Landrat Michael Lieber aus dem Landkreises Altenkirchen. An dieser Stelle meinen herzlichen Dank.

Karte Spendenlauf

Bild: Westerwald Touristik-Service

Diese Strecke legen Jörg und Nanuk zurück.

Bislang hat der Westerwald-Steig Etappenlauf - als erste Aktion im Rahmen meines LebensLauf-Projektes - alle meine Erwartungen übertroffen. Insbesondere die Anteilnahmen an meiner persönlichen Geschichte sowie die Bereitschaft sich für die Hilfe von Opfern von sexualisierter Gewalt und sexuellen Missbrauchs stark zu machen, finde ich großartig. Trotz momentaner Knieschmerzen bin ich weiter hoch motiviert und freue ich mich auf die nächsten drei Etappen am kommenden Wochenende vom 12.-14. April."

Auf dieser Karte sehen Sie den Streckenverlauf des Spendenlaufs. Die Route liegt zwischen Frankfurt und Köln, mitten im Herzen des Westerwalds. Startpunkt ist Bad Hönningen am Rhein im Kreis Neuwied, von dort aus geht es in sechs Etappen bergauf bis in das Städtchen Herborn im hessischen Lahn-Dill-Kreis.