Marvin Running

So gut wie barfuß

Barfußlaufen ist im Trend und soll – meint Herrchen – manchmal sogar Spaß machen. Ein Selbstversuch in Barfußschuhen.

Marvin Running – So gut wie barfuß

Den Sexappeal von Herrchens neuen Barfußschuhen lässt Marvin hier unkommentiert.

Bild: Marvin Running

Bevor es richtig losgehen kann, ist Fummeln angesagt: Bis man alle Zehen in diesen Barfußschuhen an der richtigen Stelle untergebracht hat, ist ein großer Teil des Trainingszeitbudgets schon abgelaufen. Doch dann geht’s auf die Teststrecke: 12 Kilometer lang, mit möglichst vielfältigen Untergründen.

Auf Asphalt findet Herrchen: »Wow! Wie leicht das geht!« Er sprintet ein Gefälle hinunter. Die Schuhe haben eine Traktion wie eine Adlerkralle in Tartan.

Dann biegt er in einen Waldweg mit festem Erdboden und gelegentliche Wurzeln. »Wie findest du das, Marvin?«, strahlt er.

»Eine realistische Alternative – zu einer Wurzelbehandlung«, nörgele ich.

»Pah! Hier ist diese Fußbekleidung so richtig in ihrem Element. Und ich erst.«

Leider ist er das auch, als es schlammig wird. Zwar zeigt sich, dass die Sohle der Schuhe Wasser durchlässt, aber das hält ihn nicht davon ab, seinen Spieltrieb im Matsch auszuleben. »Welcher realitätsfremde Designer hat diesen Dingern weiße Schnürsenkel verpasst?«, fragt er.

Auf einem hartgewalzten Forstweg mit viel Kies rammt Herrchen sich dann einen spitzen Stein in die Ferse. »Aua!«, ruft er und sein Laufstil wird kurz zu einer Hommage an die Augsburger Puppenkiste.

Doch der folgende Waldpfad (für Einpersonenhaushalte: Single-Trail) entschädigt dafür. Auf Erde, Wurzeln und flachen Steinen werden Grip und ›Straßenlage‹ zur Einstiegsdroge. Ein steiler, wurzeliger Anstieg ist überhaupt kein Problem, er fliegt geradezu hinauf.

Das hat eher peinliche Folgen: Oben reißt er sich das Shirt vom Leib und kann einen Urschrei knapp unterdrücken.

Zuhause ist er verschwitzt. Das hohe Tempo war nicht geplant, ergab sich aber fast zwangsweise. Er ist begeistert: »Diese Dinger sind ja der Sportwagen unter den Laufschuhen. Wenn's nach Darwin geht, haben wir heute das erlebt, was unsere Füße in 50.000 Jahren können.«

»Oder was sie vor 50.000 Jahren schon konnten?«, schlage ich vor.

»Einen Haken haben sie allerdings.« Herrchen schaut auf seine Füße.

»Der evolutionäre Vorteil gilt nur für diejenigen, die das Thema Fortpflanzung weitgehend hinter sich haben. Mit diesen Dingern reduziert man die Chancen auf der Balz wahrscheinlich uneinholbar.«

Was den Sexappeal dieser Schuhmode angeht, so würden mir schon einige interessante Experimente einfallen. Keines davon würde ich auch nur ansatzweise hier diskutieren.

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