Highlights aus Läuferfamilien

Sind Läuferfamilien anders?

Das Leben von Läuferfamilien ist um viele Augenblicke reicher. Toms Top Ten liefert zehn besondere Momente.

Marvin Running Läuferfamilie

Herrchen gönnt dem Nachwuchs keine Ruhe.

Bild: Marvin Running

10. In die Mimik des Verkäufers schleicht sich ein „Hilfe-ein-rosa-Leuchtpräservativ-verfolgt-mich-nachts-im-Stadtpark“-Blick, wenn Sie beim Baby-Ausstatter einen Kinderwagen verlangen, der „möglichst leicht, aber Strongmanrun-tauglich“ sein solle.

9. Das ist allerdings nichts gegen das „Wo-kriege-ich-jetzt-drei-Promille-her?“-Stieren der Hebamme, wenn sie sagt, dass man nun vorsichtig mit der Rückbildungsgymnastik beginnen könne und Sie antworten: „Vorsichtig passt mir gut. Ich bin noch ein bisschen platt vom Marathon letztes Wochenende.“

8. Ist doch toll, wenn Ihr Dreijähriger mit Stirnlampe und Trailschuhen Laterne laufen will. Da muss die Kindergärtnerin doch nicht ihre „Hat-dieser-Mensch-mir-tatsächlich-gerade-den-Juryvorsitz-beim-Tonleiterfurzen-angeboten?“-Miene aufsetzen.

7. Der Lehrer beschwert sich über angebliche paramilitärische Spiele Ihres Grundschulkindes auf dem Schulhof. Als Sie antworten: „Ganz harmlos, er liebt bloß diese Marschgesänge, seit er mit uns laufen geht“, weiten sich seine Pupillen zu einem „Diese-Kifferphantasie-von-Pädagogikstudium-kannste-echt-inne-Tonne-kloppen“-Ausdruck.

6. „Kleine, möchtest du ein Würstchen?“, fragt der nette Mann an der Fleischtheke Ihr Töchterchen. Deren Antwort: „Nett gemeint, aber so einen Fraß esse ich nicht“ zaubert ihm die Plakatreife für „Nicht vergessen: Tollwutimpfung“ ins Gesicht.

5. Erste Schwimmstunde vierte Klasse. „Seepferdchen!“, strahlt der Bademeister. „Wer eine Bahn schafft, bekommt eine Eins. Und für eine weitere Bahn ein Plus!“ Ihre Tochter schwimmt anderthalb Kilometer, weil sie das vom Triathlon so gewohnt ist. Mit „Mein-Gott-motiviere-ich-gut-Ich-sollte-Coach-werden“-Starren überlegt der Bademeister, wie 59 Pluszeichen aufs Zeugnis passen.

4. Die fünfte Klasse Ihres Sohnes irrt auf einem Schulausflug durch unbekanntes Terrain. Irgendwann wird es Ihrem Sohn zu bunt: Er schaut auf seine nagelneue GPS-Laufuhr, ruft: „Mir nach Leute, ich weiß wo’s lang geht!“ und läuft voraus. Der Studienrat hühnert hinterher. Auf seinen Schultern leuchtet dazu rot die „Aber-Herr-Westerwelle-wo-fassen-Sie-mir-hin?“-Birne.

3. Der neue Freund Ihrer Tochter will ja unbedingt mit Ihnen joggen gehen. Nun gut. Dann zeigen Sie diesem Testosteron-Sprössling eben, wo der Barthel den Most holt. Er bereut seine Entscheidung schon nach drei Kilometern mit einer hübschen „Kopf-oder-Hintern-zuerst-über-die-Kloschüssel?“-Grimasse.

2. Als Läufermama ist es natürlich ein großes Kompliment, wenn Ihre Tochter Sie mit auf Partys nimmt. Und das auch noch gerne. Schon wegen der „Bittewas-bittenicht-oder-vielleicht-doch“-Blicke der Jungs, wenn Mama sie sich zum Tanzen krallt.

1. Natürlich holt Sie Ihre Erziehung irgendwann wieder ein. Spätestens, wenn Ihr Achtzehnjähriger Sie beim Zehnkilometerlauf auseinandernimmt. Dann erleben Sie das „Warum-bin-ich-auf-eine-Niederlage-stolz?“-Wundern.

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