Dieter Baumann

Schneller mit der GPS-Uhr

Dieter Baumann entdeckt eine neue Möglichkeit, Bestzeiten entscheidend zu verbessern: die GPS-Uhr.

Dieter Baumann: Lauf der Woche

Dieter ganz allein mit seiner GPS-Uhr in Celle.

Bild: Claus Dahms

Lauf der Woche
Mittwoch, 13. April 2011
Tübingen
Rekonvaleszenzlauf – 18 Kilometer (nach meiner Uhr 70 Minuten – mit FP (Fotopause), PP (Pinkelpause), HP (Hallopause)


Ich melde mich vom Dauerlaufen. Meine Profi-Laufgruppe in Tübingen musste kurze, knackige Bergläufe machen. 2x5x80 Meter. (Ja, die haben einen ganz harten Hund als Trainer! Da ist Magath ein Weichei dagegen!) Vorher stand also nur Einlaufen für die Profis auf dem Plan und deshalb konnte ich mithalten. Zudem hatte ich eine Mission: Fotos machen. Nur kurz blieben wir stehen (FP – Fotopause), dann ging es weiter. Kaum machte ich nach der kurzen Pause den ersten Laufschritt, piepsten alle Uhren. Jeder der Gruppe hatte die Pausenzeit rausgestoppt.

Liebe Freunde der Laufkunst, was lernen wir dabei von den Profis: Fotografieren zählt nicht zum Training!

Apropos lernen von den Profis: Über die 25 km in der Laufmetropole Herne, seine Generalprobe zum ersten Marathon, berichtete Jan Fitschen, dass „dann aber plötzlich direkt vor der Halbmarathonmarke 50 Sekunden auftauchten, die da nicht hingehörten?“ Ja wie? Laufen in Herne einfach so Sekunden auf der Strecke rum? Konnten die nicht rausgestoppt werden? Lieber Jan, was ist passiert? „Laut meiner Uhr sind wir ca. bei 63:55 den Halbmarathon durchgegangen“ , das ist ja Wahnsinn. Laut Siegerbestenliste waren es schon beachtliche 64:41 Minuten. Nach der offiziellen Zeitmessung von Fitschen also schneller!

„Laut GPS war die Strecke genau 25,60 Kilometer lang. Endzeit: 1:16,56 Stunden. Für die letzten 600 m, also für die von 25 km bis ins Ziel, stehen im Speicher der Uhr 1:45 min.“

Was sollen wir tun? Wenn die Zeit nun einmal im Speicher steht? Fitschen hat die Lösung: Ziehe ich diese jetzt mal von der Zielzeit ab, sieht das in der ewigen deutschen Bestenliste verdammt gut aus.“ Liebe Funktionäre des DLV: Rein damit in die Bestenliste!

Nach offiziellen 25,60 Fitschen-Kilometern trägt Jan die GPS-Uhr in Herne ins Ziel.

Bild: Norbert Wilhelmi

Das Übel kenn ich übrigens. Anfang März lief ich beim Wasa-Lauf in Celle. 20 Kilometer sollen das gewesen sein. Wahrlich, nach meiner GPS Uhr waren es 22 Kilometer. Nein, um es genau zu sagen: 22,13 Kilometer! Lieber Jan, bei mir waren es nicht nur Sekunden, die auf der Strecke auftauchten, es waren Minuten! Minuten, wo sie nicht hingehörten. Ziehe ich also diese Minuten von der Zielzeit ab, dann sieht das in der ewigen deutschen Bestenliste verdammt gut aus. (M 45 natürlich…)

Bei meinem Lauf am Mittwoch traf ich schließlich noch einen alten Bekannten. Seit einem halben Jahr war der abgetaucht. Hatte die Pest am Bein und Cholera im Blut – oder anderes herum. Auf jeden Fall konnte er lange nicht mehr zum Laufen. „Ich habe nichts mehr drauf“, klagte er. Ohne ein Wort reichte ich ihm meine Uhr mit GPS-Messer. „Probier es damit. Du wirst sehen, mit dieser Uhr kommt die Form über Nacht.“ Kaum liefen wir weiter, piepsten alle Uhren. (HP – Hallopause, klärten mich meine Athleten auf. 1:35 Minuten – wird in der ewigen Lebenslaufzeit abgezogen, ist doch klar.)





Ab sofort: Dieter Baumann und Martin Grüning, Stellvertretender Chefredakteur von RUNNER'S WORLD, bloggen zum 100-km-Lauf in Biel, den beide in diesem Jahr laufen wollen.

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