Marvin Running

Schnee auf der Haut

Manchmal, wenn man durch den Schnee läuft, hat man ausgefallene Ideen. Etwa die beste Funktionswäsche der Welt zu testen.

Verschneite Tanne

Zum Umarmen: Eine völlig verschneite Tanne im Winterwald.

Bild: Peter A / pixelio.de

Schon lange laufen wir durch den tief verschneiten Wald. Treiben mit einem endlosen Schwarm flauschiger Flocken durch den Wintermorgen. Vor uns auf dem Weg ist die Schneedecke vollkommen unberührt.

Es ist leise.

Nur unser Atem haucht.

Wir sind vollkommen allein.

Irgendwo hinter den Wolken ist vor einiger Zeit die Sonne aufgegangen.
Herrchen ist ganz in der Gegenwart. Eindrücke werden greifbar, erlebbar. So was ist bei ihm immer gefährlich.

Gerade fummelt er am Reißverschluss seiner Laufjacke herum.

Sag ich ja, jetzt wird’s gefährlich.

»Uns ist jetzt warm genug dafür«, sagt er.

»Ich weiß nicht, was genau du meinst, aber ich habe ein wenig Angst davor.«

»Probieren wir’s aus!« Als hätte er diesen Moment vorhergesehen, trägt er unter seiner Jacke nur das beste Funktionsshirt der Welt (aus, nennen wir es einmal so, ›Nude-Tex‹). Und nun öffnet er sie ganz, streift sie ab und wickelt sie sich um die Hüfte. Obenrum muss von nun an ein Paar Klappfäustlinge an den Händen reichen.

»Das ist jetzt nicht wahr, oder?«, rufe ich entsetzt.

Schneekristalle schmelzen auf seiner dampfenden Haut.

»Phantastisch!«, ruft er. «Wir kühlen nicht aus, im Gegenteil, irgendwie schafft es der Kö…«

»Zieh’ dich sofort wieder an!«, fahre ich dazwischen. »So holst du dir doch nur was weg!«

»Marvin, beruhig’ dich.«

Oben auf der Anhöhe, im Tannenwald, dämpfen tief verschneite Zweige allen Schall. Schneekissen bauschen sich, soweit das Auge reicht. Schmelzwasser teilt sich auf Herrchens Schulter und rinnt ihm über die Brust und zwischen den Schulterblättern hinunter.

»Ist es nicht herrlich hier?«, ruft er.

Ein Windstoß bläst eine Pulverschneewolke von einem Tannenwipfel auf uns herab. Millionen von Eiskristallen hüllen uns ein, heißkalt auf der Haut.

Angestachelt von der prickelnden Schneewolke ruft er: »Yippee!« und wirft sich einer unschuldigen und natürlich völlig verschneiten Tanne in die Arme. Massen von Schnee stürzen auf uns herab. Er lacht kindisch, schüttelt sich und läuft weiter, während tausend Nadelstiche unseren Oberkörper bearbeiten.

Alles ist voller Schnee.

Alles ist heiß.

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