Baumanns Lauf der Woche

Rasierte Beine wirkten als Weckreiz

Die rasierten Beine zweier Triathleten reizten Dieter Baumann so sehr, dass er in den Wettkampf-Modus umschaltete.

Wettkampfmodus

Nach dem ersten Leistungsvergleich.

Bild: Privat

Lauf der Woche
Sonntag 18.06.2017
Hannover / Pontresina
22 Minuten Kanndochnichtseinlauf


Ich melde mich vom Dauerlaufen aus Hannover. Am Sonntag war KKH-Lauf, einmal um den Maschsee. Das Wetter war perfekt, die Stimmung wunderbar. Ich wollte ganz locker laufen. Ich schwöre es. Langsam, gemütlich, Nasenatmung. Da ich immer aus der ersten Startreihe loslaufe, funktioniert das so: ich lasse ganz viele Läuferinnen und Läufer an mir vorbei, so lange bis das Tempo eines Läufers bzw. einer Läuferin für mich passt. Dann wird geschwatzt, gelacht, gelaufen.

Doch diesmal zog gleich zu Beginn ein junger Kerl an mir vorbei. Heute weiß ich, es war Sebastian, ein netter Kerl. Als er mich am Sonntag überholte, hatte ich davon keine Ahnung. Ich sah nur seine rasierten Beine, ein Triathlet also, dachte ich und ich sah seinen durch Vorfuß-what-ever-Schuhe geprägten Laufstil: Tippelschritte. Ein Triathlet also, der mit rasierten Beinen im Tippelvorfußmodus an mir vorbei rauschte. Das reichte als Weckreiz. Ich nahm die Verfolgung auf.

Er lief und lief und wurde immer schneller. Aber ich auch. Einen Kilometer vor Schluss machte ich die Lücke zu, lief an seine Schulter. Sagte irgendetwas von „toller Laufstil“ und zog das Tempo an. Ich sage nur Triathlet. Selber schuld. Hätte er mal nur nicht seine Beine rasiert. Dann wäre es ein lockerer Lauf geworden. So war es auch schön. Ja, ein perfekte Trainingseinheit. Danke Gillette, danke Sebastian.

Nach dem zweiten Leistungsvergleich.

Bild: Privat

Zwei Tage später: Engadin, erster Alpenpass in diesem Jahr mit dem Rennrad. Berninapass. Locker, einfach nur Rollen war die Devise. Beim Ausgang von Pontresina spürte ich einen Radfahrer am Hinterrad. Bei den ersten Kehren in Höhe des Morteratsch-Gletschers hörte ich die Schaltung hinter mir, jetzt also das großes Blatt, dachte ich, dann ging der Kerl an mir vorbei. Wiegetritt. Dann sehe ich seine rasierten Beine. Ein Triathlet. Kann doch nicht sein!

Zwei Kehren später ging ich im kleinen Blatt und schneller Trittfrequenz an ihm vorbei. Sofort war er weg. Na also, dachte ich. Doch er war nicht lange genug weg. Wenige Höhenmeter später klebte er am Hinterrad und dort bleib er, der Sauhund. Wir hatten Gegenwind. Ich attackierte immer wieder, aber der Sauhund war zur Zecke mutiert, hatte sich festgebissen.

Zwei Kilometer vor Passhöhe schob er sich an meine Seite. „Stark gefahren, richtig guter Tritt“, sagte er. „Danke auch für den Wind. War heute schon im Wasser, dazu ein harter Lauf. Wollt nur noch locker ausfahren. Morgen dann 200 Kilometer. Mach‘s gut.“ Dann schaltete er seinen Motor ein – nein, ich bin ganz sicher, der Kerl hatte im Rahmen seines Rennrades einen Motor – und war weg.

Ja liebe Triathleten, ich habe verstanden. Ihr könnt zwar keine der drei Disziplinen wirklich gut und ich kann Radfahren gar nicht.

Dieter Baumann, die Götter und Olympia

Bild: privat

Dieter Baumann, die Götter und Olympia – Termine 2017

• 30. Juni 2017 / Dieter Baumann, die Götter und Olympia / Eching / TSV Eching Vereinsgaststätte / 20.00 Uhr

Lauftermine mit Dieter Baumann:
• 25. Juni 2017 KKH-Lauf 2017 Regensburg
• 2. Juli 2017 KKH-Lauf 2017 Stuttgart
• 7. Juli 2017 KKH-Lauf 2017 Berlin
• 14. Juli 2017 KKH-Lauf 2017 Hamburg