Baumanns Lauf der Woche

Radikaler Socken-Wechsel

Immer lief Dieter Baumann in weißen Socken. Nix bunt, nix Kompression, nix nichts. Jetzt trägt er nur noch schwarze! Ein Urlaubserlebnis führte zum radikalen Wechsel.

Radikaler Sockenwechsel

Zu diesem Zeitpunkt waren weiße Socken noch angesagt.

Bild: Privat

Lauf der Woche
Donnerstag 31.08.2017
Diavolezza 2978 m
3 x 15 Stufen weißer SockenLauf


Ich melde mich vom Dauerlaufen mit weißen Socken. Im Grunde ist das keine Sensation, ich laufe immer in weißen Socken. Nix bunt, nix Kompression, nix nichts. Zum Laufen weiße Socken, Punkt. Ansonsten sind weiße Socken out, dachte ich immer, bis mein Sohn mit Badeschlappen und weißen Socken zur Schule aufbrach. Die Socken waren bis zur Zerreißgrenze nach oben gezogen. Halbwadenhöhe. Es sah fürchterlich aus. „Mega in ist das“, meinte er, „der letzte Schrei“, und verließ das Haus.

Ortwechsel: Diavolezza.
Mit meinem Freund, der im Rollstuhl sitzt, war ich auf die Diavolezza gefahren. Die Berghütte ist nicht gerade behindertengerecht, von der Gondel mussten 3 x 15 Stufen nach unten überwunden werden. Ich fragte zwei junge Burschen um Hilfe, die vor dem großen Panoramafenster saßen und die Aussicht genossen. Wahrscheinlich gingen sie im Geiste gerade den Aufstieg zum Piz Palü durch. Als sie aufstanden, wurde es kurz dunkel, so breit war ihr Kreuz. Einer links am Rollstuhl, einer rechts und natürlich mit meiner Hilfe (!) wurde im Nu mein Kumpel mitsamt Rollstuhl auf die Terrasse getragen.

Es war herrlich, so in der Sonne zu sitzen. Allerdings, liebe Freunde der Laufkunst, nur ein Tipp: auf 2.978 Meter ist es schon recht kühl. Nur mit Sandalen bekleidet nicht nur kühl, sondern kalt. Gut, dass ich weiße Socken im Gepäck hatte und seit dem Auftritt meines Sohnes, wusste ich, weiße Socken mit Sandalen sind „mega in“.

16:45 Uhr: Aufbruch zur letzten Gondel. Ach ja, die 3 x 15 Stufen! Vergessen. Ich fragte den Hüttenwirt um Hilfe. Er musterte mich stumm von oben bis unten, sprach zwei junge Bergsteiger an, die gerade aus der Gondel gestiegen waren und so standen wir vor meinem Freund im Rollstuhl. Vorne am Rollstuhl zu tragen ist viel leichter und im Gegensatz zu den Bergmenschen habe ich kein Kreuz, das ein Panoramafenster verdunkeln könnte. Deshalb postierte ich mich still und taktisch geschickt nach vorne.

Doch der Hüttenwirt schaute mich an und sagte: „Hey, du mit deinen weißen Socken, du bist doch sicher Sportler. Komm zu mir nach hinten.“ Was sollte ich tun? Es begann der Aufstieg. 3 x 15 Stufen. Die Jungs vorne am Rollstuhl hoben meinen Freund so weit nach oben, dass er windschief im Raum hing. Gemeinsam mit dem Hüttenwirt versuchte ich die Schräglage auszugleichen. „Geht es noch Sportler, mit deinen weißen Socken?“, zischelte er mir zu. „Ein Sportler mit weißen Socken braucht doch keine Pause, oder?“ Stufe um Stufe gingen wir nach oben. „Weiße Socken, schon außer Puste?“, hörte ich ihn.“ Oben angekommen hielt mir der Hüttenwirt die Hand entgegen und sagte: „Es geht halt nichts über einen Sportler in weißen Socken. Top fit!“

Bis zur Abfahrt der Gondel hatte ich noch zwei Minuten. Die reichten, um die weißen Socken auszuziehen. Ab jetzt wie immer barfuß in Sandalen und zum Laufen ziehe ich nur noch schwarze Socken an. Wie damals Dave Bedford. War schon immer ein Fan von ihm. Schwarze Socken! „Mega In“.

Dieter Baumann, die Götter und Olympia

Bild: privat

Dieter Baumann, die Götter und Olympia – Termine 2017

• 7. Oktober / Dieter Baumann, die Götter und Olympia / Oberstenfeld / Stiftskeller / 20:00 Uhr

• 13. Oktober 2017 / Dieter Baumann, die Götter und Olympia / Salem / Gemeindesaal Prinz Max / 19:30 Uhr

• 14. Oktober 2017 /Dieter Baumann, die Götter und Olympia / Kieselbronn / Festhalle / 19:30 Uhr

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