Toms Top Ten

Radeln statt laufen

Für viele Läufer ist das Rad eher eine Art Trostpflaster bei Verletzungen. Wer den Alternativsport dann probiert, entdeckt Überraschendes.

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Radeln: Neue Perspektiven, neue Probleme.

Bild: Tom

Erst wenn Verletzungen den Trainingsplan durcheinander bringen, entdecken viele Läufer das Radeln. Wer es dann probiert, entdeckt Überraschendes.

10. Man lernt andere Verkehrsteilnehmer aus einer ganz neuen Perspektive kennen. Zum Beispiel, dass Autofahrer im Grunde die gleichen Umgangsformen haben wie Nashörner.

9. Radfahrer reden komisch. Ist halt so. Fallen Sätze wie „Gestern Abend hatte ich einen Multi-Release mit Chainsuck, trotz Interglide“: Einfach Kopfkino ausschalten.

8. Es gibt mehrere modische Probleme mit dem modernen Radsport. Rennrad-Sättel sind eines davon. Sie sind so verschwindend klein, dass füllige Menschen darauf aussehen wie flüchtendes Stockbrot.

7. Ein weiteres ist das Outfit. Wirkt es auf dem Rad noch halbwegs sportlich, führt es abseits der Pedale mit Klick-Clogs, Bürzel-Bib und Calimero-Kopfschutz zum Aura-Totalversagen.

6. Zum Glück deutschen Radreifen-Marketingmanager die Namen ihrer Pneus („Nobby Nic“ oder „Dirty Dan“) selten ein. Noppen-Norbert oder Dreck-Detlef – äh, nein.

5. Aus unerfindlichen Gründen ziehen es Mountainbike-Koryphäen vor, bei Matschwetter auf Schutzbleche zu verzichten. Das Ergebnis: eine Art Elefantenfurz-Airbrushing.

4. Für Barfußläufer hat der Bikesport eine eigene Variante in petto: Mit Rennrahmen, Carbonsattel und acht Bar Reifendruck über Kopfsteinpflaster brettern.

3. Der Materialfetischismus eingefleischter Radfahrer kennt kein Limit. Es ist eine Frage von wenigen Jahren, bis die erste Bike-Manufaktur einen Carbon-Rollator mit Aero-Lenker herausbringt.

2. Doch allen Unkenrufen zum Trotz: Radeln ist toll. Es gibt Räder, die sehen so rattenscharf aus, dass sie allein durchs Aufsitzen den Puls auf GA1-Niveau heben. Mit der passenden Eyewear sogar auf GA2.

1. Was ist das Schönste am Radfahren? Wahrscheinlich die Kombination aus Ausdauer, Geschwindigkeit, Technik und Muskelkraft. Und natürlich: Falls ein anderer schneller ist, liegt es am Material, nicht am Fahrer.


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