Marvin Running

Personal Trainer: "Ich töte Schweinehunde"

Wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Tiefschlag her: Ein Schweinehund beim Personal Training.

Marvin Running Personal Trainer

Der größte Feind des Schweinehundes ist der Personal Trainer.

Bild: Urs Weber

Etwas am morgendlichen Wanken vom Bett ins Badezimmer ist neu. Der Vorteil: Herrchen kann plötzlich gehen wie Robocop. Der Nachteil: Dazu guckt er wie eine Waldohreule.

„Das war was, gestern, oder?“, fragt Herrchen benebelt. Denn unser Schlaf war ungewöhnlich komatös.

„Erinnere mich nicht daran!“, krächze ich. Gestern Abend, da waren wir bei einer Personal Trainerin. Von Berufs wegen töte sie Schweinehunde, hat sie gesagt. Und den Schmerzen in unseren Beinen nach zu urteilen, nimmt sie dabei auch Kollateralschäden in Kauf.

„Es fing ganz locker an, oder?“, fragt Herrchen vorsichtig.

„M-hm“, krächze ich. Locker joggen, dehnen, anfersen, Knie heben, seitwärts laufen, das war ja noch ganz okay.

„Und dann kamen die Sprints im Sand. Vorwärts und rückwärts. Immer wieder.“

Ich keuche gequält vor mich hin, während Herrchens Muskelgedächtnis die Verrichtungen bis zur Bürotauglichkeit vornimmt. Seine Gedanken sind zu einer Art Parabelflug abgehoben.

Wir treten vor die Tür. Es nieselt. Der Sommer ist viel zu kalt. Egal. In uns brennt seit gestern Abend ein Stoffwechselfeuerwerk. „Die Hock-Streck-Sprünge waren auch nicht ganz ohne, oder?“, lächelt Herrchen entrückt.

Nein, sie waren ganz und gar nicht ohne. 50 Stück am Stück. Aua. Und wieder. Und wieder. Und dann noch mal fünf. Danach, in einer körperlichen Verfassung, in der Otto Normalwarmduscher sich nur noch per Rettungswagen fortbewegen würde, ging’s gnadenlos weiter. Denn das Gemeine an Trainerin Benita Wesselhoeft ist nicht nur, dass sie so nett und ungefährlich aussieht, während sie die fürchterlichsten Anweisungen erteilt. Nein, viel schrecklicher ist, dass sie alle Übungen selbst mitmacht. Und dass bei ihr alles so locker und einfach aussieht.

Die Waden, die Oberschenkel und ich streikten schon, da sollten wir eine laaaange Treppe immer wieder rauf und runter laufen. Vor- und rückwärts, selbstverständlich.

Getoppt hat Benita das mit anschließenden einbeinigen Kniebeugen und Kraftübungen im tiefen Sand des Hamburger Elbstrands. Der Lohn der Mühe: In der S-Bahn nach Hause sahen wir so fertig aus, dass uns eine Oma einen Euro zugesteckt hat.

„Ist das nicht genial:“, meint Herrchen und stakst vorsichtig unsere Grundstückstreppe hinunter. „Kondition, Kraft und Koordination, alles auf einmal. Das machen wir jetzt häufiger.“

Danke Benita. Ich hätte nicht gedacht, dass alles noch schlimmer kommen könnte.

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