Comeback fraglich

Paula Radcliffe läuft wieder

Paula Radcliffe läuft nach ihrer schweren Fußverletzung im letzten Jahr wieder. Ob sie aber jemals wieder an einen Wettkampf teilnehmen wird, ist unklar.

Paula Radcliffe

Paula Radcliffe bei ihrem Weltrekord 2003 in London.

Bild: photorun.net

Ihre beiden Weltrekorde hatten Jubiläum: Vor zehn Jahren lief Paula Radcliffe über 10 Kilometer und im Marathon Zeiten, die bis heute unerreicht sind. Doch hinter der Fortsetzung ihrer Ausnahme-Karriere steht ein Fragezeichen. Die 39-jährige Britin weiß zurzeit selbst nicht, ob sie als Leistungssportlerin noch einmal bei einem Wettkampf an den Start gehen kann. Ihr letztes Rennen war der Wiener Halbmarathon im April 2012 – es war zugleich ihr einziger Start im vergangenen Jahr.

Vor einem Jahr hatte Paula Radcliffe eine Fußverletzung in der Vorbereitung auf den olympischen Marathon in London gestoppt. Nach den Spielen wollte sie wieder antreten. Doch die Verletzung war wesentlich ernsthafter als zunächst angenommen. Nach drei Operationen konnte die Weltrekordlerin in diesem Frühjahr wieder mit ganz leichtem Lauftraining beginnen. „Ich weiß zurzeit noch nicht, ob es realistisch ist, dass ich noch einmal Rennen laufen kann“, sagte Paula Radcliffe jetzt gegenüber runnersworld.de. „Ich mache einen Schritt nach dem anderen, um meinen Fuß zu stärken und ihn zugleich weiter zu heilen. Wenn es dann möglich sein sollte, wieder Wettkämpfe zu laufen, wäre es toll. Wenn nicht, dann habe ich wenigstens die Freude, dass ich wieder rennen kann.“

Zurzeit läuft Paula Radcliffe, die mit ihrem Mann und Trainer Gary Lough sowie den beiden Kindern in Monte Carlo lebt, wieder täglich und bis zu 80 Minuten – allerdings nur auf weichem Untergrund und nicht auf der Straße. „Das Tempo erreicht langsam wieder normale Bereiche, aber ich will es mit dem Fuß nicht überstürzen – es ist noch lange kein Training wie ich es früher gewohnt war. Von Intervall-Läufen bin ich zum Beispiel noch ein gutes Stück entfernt“, sagte Paula Radcliffe, die auch viel Kräftigungs-Übungen und alternatives Training betreibt.

Vor zehn Jahren war Paula Radcliffe in der Form ihres Lebens und stellte zwei Weltrekorde auf, die bis heute unerreicht sind: Im Februar 2003 lief sie zunächst über 10 km in San Juan (Puerto Rico) 30:21 Minuten, zwei Monate später gewann sie den London-Marathon mit 2:15:25 Stunden. Es ist vor allem ihre Marathonzeit, an die noch keine andere Läuferin auch nur annähernd herangekommen ist. Als sie vor zehn Jahren in London diesen Weltrekord aufstellte, blieb dies 2003 die schnellste Zeit eines Briten – inklusive der Männer! Auch die zweit- und drittbesten Frauen-Marathonergebnisse aller Zeiten gehören Paula Radcliffe: 2002 war sie in Chicago 2:17:18 gelaufen, 2005 rannte sie in London 2:17:42. An vierter Stelle der Alltime-Liste folgt Liliya Shobukhova mit 2:18:20. Damit hätte die Russin theoretisch einen Rückstand von fast einem Kilometer auf Paula Radcliffe.

Auch die schnellste Halbmarathonzeit aller Zeiten lief Paula Radcliffe übrigens im Jahr 2003. Beim Great North Run in Newcastle erreichte sie im September 65:40 Minuten. Als Weltrekord konnte diese bis heute ebenfalls unerreichte Zeit jedoch nicht anerkannt werden, da die Strecke von Newcastle nach South Shields nicht die nötigen Voraussetzungen erfüllt.

„Ich habe damals bei meinem Weltrekordrennen wirklich alles gegeben, so dass ich hoffte, dass der Rekord längere Zeit stehen würde“, erklärte Paula Radcliffe bezüglich ihrer Marathon-Fabelzeit. Doch die Läuferin, die inzwischen auch als Co-Kommentatorin für die BBC tätig ist und in dieser Funktion im August in Moskau bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften sein wird, fügte hinzu: „Aber es gibt immer eine natürliche Entwicklung: alle Rekorde sind dazu da, um gebrochen zu werden!“

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