Das große Interview

Patrick Makau über Vorbilder und Talente in Kenia

Patrick Makau will Weltrekorde brechen - in unserem Interview spricht er über sein Training dafür - und seine Vorbilder.

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Patrick Makau zeigt die Zeit, die er verbessern will:den Weltrekord von 2:03:59 Stunden.

Bild: photorun.net

Wie sieht ein harter Trainingstag in einer Marathonvorbereitung aus?

Um 5.30 Uhr stehe ich auf und bereite zunächst einige Wasserflaschen vor. Dann organisiere ich das Treffen zum Training mit Freunden und wir fahren mit dem Auto rund 15 Kilometer, um zu den Laufstrecken zu gelangen. Je nach Training wählen wir flache oder wellige Strecken aus, die sich in rund 2.000 Metern Höhe befinden. Einmal in der Woche machen wir einen langen Trainingslauf zwischen 30 und 38 km. Dabei laufen wir in etwa ein 3:00-Minuten-Tempo. Um 9.30 Uhr bin ich dann wieder zu Hause, trinke Tee und esse ein leichtes Frühstück. Danach ruhe ich mich eine Stunde aus und anschließend treffe ich mich mit Freunden oder kümmere mich um mein Immobilien-Geschäft, das ich mit Hilfe meiner Prämien aufgebaut habe. Mittags essen wir etwas und wenn vormittags kein langer Trainingslauf auf dem Programm stand, folgt nachmittags noch ein zweiter, kürzerer Lauf. Etwa um 19.30 Uhr abends esse ich mit meiner Familie und danach gehe ich schlafen.


Woher nehmen Sie die Motivation für das harte Training?

Früher habe ich mir viel von den großen kenianischen Läufern abgeschaut. Ich wollte so werden wie sie. Jetzt habe ich große Ziele, die mich motivieren: die Olympischen Spiele, die Weltmeisterschaften und Weltrekorde. Ich traue mir auch zu, den Halbmarathon-Weltrekord (58:23 Minuten, Anm. d. Red.) zu brechen.


Können Sie sich vorstellen, dass Sie mit Ihren großen Siegen schon jetzt andere, jüngere Läufer begeistern und motivieren und somit bereits selbst ein Vorbild sind?

Ja, das ist definitiv schon jetzt so. Viele schauen zu mir auf und versuchen es mir nachzumachen. Ich helfe den jungen Athleten, die teilweise auch mit mir zusammen trainieren. Sie sind zum Teil schon 21 oder 22 Jahre alt und hoffen nach der Schule auf ihre Chance im Laufsport.


Es gibt also noch viele Patrick Makaus in Kenia?

Ja, ganz bestimmt.

Was glauben Sie, was in der Zukunft im Marathon möglich ist? Fällt eines Tages die Zwei-Stunden-Barriere?

Wenn ich die Entwicklungen in Kenia sehe und die vielen jungen Talente, die immer stärker werden, dann hoffe ich, dass wir eines Tages eine Zeit unter zwei Stunden sehen werden. Das wird natürlich noch dauern, aber ich glaube schon, dass es passieren wird.

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Patrick Makau