Herausragende Marathonläufer

Patrick Makau lief Haile davon

Seine ersten Rennen gewann er trotz Hindernissen, beim Berlin-Marathon lief er Haile Gebrselassie davon. Ein Portrait der kenianischen Olympiahoffnung Patrick Makau.

Patrick Makau

Hofft auf die Teilnahme an Olympia 2012: Patrick Makau.

Bild: photorun.net

Seit dem 25. September des vergangenen Jahres heißt der Weltrekordler im Marathon Patrick Makau. Der Kenianer, der in wenigen Tagen 27 Jahre alt wird, stürmte in Berlin nach 2:03:38 Stunden ins Ziel am Brandenburger Tor. Dass er die prestigeträchtige Rekordmarke dem kenianischen Erzrivalen Haile Gebrselassie (Äthiopien) im direkten Duell entriss und zurück nach Kenia holte, machte ihn in seinem Heimatland zu einem Star. Begeistert wurde Patrick Makau bei seiner Heimkehr auf dem Flughafen empfangen. Doch der Trubel um seine Person war ihm dabei weniger recht, denn der Weltrekordler wollte viel lieber mit seiner Familie und Freunden feiern, als sich mit Journalisten und Politikern zu unterhalten.

In der Euphorie garantierten Kenias Leichtathletik-Funktionäre dem neuen Weltrekordler zunächst einen Startplatz bei den Olympischen Spielen in London in diesem Sommer. Doch diese Zusage zogen die Verantwortlichen einige Wochen später wieder zurück. Aufgrund der enormen Breite in der Spitze wollen sie nunmehr erst nach den großen Frühjahrs-Marathonrennen im April entscheiden, welche drei Läufer für Kenia an den Start gehen dürfen.

Eigentlich wollte Patrick Makau zwischen dem Berlin-Marathon und Olympia kein weiteres Rennen über die 42,195 km mehr laufen, um sich voll auf die Spiele konzentrieren zu können. Diesen Plan durchkreuzten die Funktionäre jedoch mit dem Hin und Her, sodass der Weltrekordler nun beim London-Marathon am 22. April antreten wird.

Patrick Makau, der aus Manyanzwani kommt, das rund 40 Kilometer von Nairobi entfernt ist, hatte schon als Junge von den Erfolgen der kenianischen Läufer gehört. „Aber ich hatte nicht gedacht, dass ich selber einmal ein Weltklasseläufer werden könnte“, erzählt Patrick Makau, der zur Oberschule tägliche Wegstrecken von insgesamt 32 Kilometer zurücklegte. „Erst als ich 18 Jahre alt war, begann ich mich in der Oberschule für den Laufsport zu begeistern.“ Zwei Läufer, die ihn damals inspirierten, waren der frühere Chicago-Marathon-Sieger Patrick Ivuti und der Rotterdam-Gewinner von 2005, Jimmy Muindi. Beide lebten in der Nähe. „Ich habe gesehen, dass es ihren Familien durch ihre Erfolge besser ging. Ich hörte ihre Namen im Radio und las sie in den Zeitungen – ich wollte so werden wie sie.“ Später wurde auch Paul Tergat, mit dem er manchmal trainierte, zu einem Idol für Patrick Makau.

Nachdem er 2004 die Schule beendet hatte, konzentrierte sich Patrick Makau vollkommen auf das Laufen. Sein erstes Rennen in Europa lief er Anfang 2006 in der Türkei. Dort gewann der Kenianer, obwohl er nicht richtig eingewiesen wurde und dadurch den Start verpasste. Außerdem ging während des Laufes ein Schnürsenkel auf. Im Mai 2006 siegte Patrick Makau auch bei den 25 km von Berlin, wenngleich er kurz vor dem Ziel im Olympiastadion noch ein Stück in die falsche Richtung gelaufen war (das Ziel liegt entgegen der normalen Laufrichtung im Stadion).

Erste große internationale Erfolge hatte er dann vor allem über die Halbmarathondistanz. 2007 startete er fünfmal über die ,halbe Distanz’ und war dabei viermal mit einer Zeit unter einer Stunde im Ziel. In Berlin siegte Patrick Makau mit 58:56 Minuten, in Udine wurde er Vize-Weltmeister in 59:02. Seine Bestzeit von 58:52 stellte er 2009 als Sieger des Rennens von Ras Al Khaimah (Vereinigte Arabische Emirate) auf. Nur 19 Sekunden fehlten ihm damals zum Weltrekord. Heute ist er mit diesem Ergebnis immer noch der fünftschnellste Läufer aller Zeiten.

Im gleichen Jahr lief Patrick Makau dann sein Marathondebüt. In Rotterdam erreichte er dabei im April 2009 als Vierter auf Anhieb 2:06:14 Stunden. In seinem sechsten Marathon brach er in Berlin im vergangenen Jahr den Weltrekord.

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Foto: Norbert Wilhelmi

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