Portrait

Patrick Makau lief der Armut davon

Für den Rotterdam-Marathonsieger Patrick Makau war Laufen der einzige Weg aus der Armut.

Patrick Makau auf dem Weg zu seinem ersten großen Marathonsieg in Rotterdam. 220

Patrick Makau auf dem Weg zu seinem ersten großen Marathonsieg in Rotterdam.

Bild: photorun.net

Patrick Makau ist ein weiterer kenianischer Marathonläufer, der in der Lage ist, den Marathon-Weltrekord des Äthiopiers Haile Gebrselassie (2:03:59 Stunden in Berlin 2008) zu brechen. Das bewies der Kenianer Anfang April in Rotterdam, wo der 25-Jährige mit einer Siegzeit von 2:04:48 Stunden zum viertschnellsten Läufer aller Zeiten über die klassische Distanz wurde. Wäre der Wind nicht gewesen, hätte Patrick Makau den Weltrekord auf dem schnellen Rotterdamer Kurs vielleicht schon geknackt.

Der Laufsport war für Patrick Makau, der auch bekannt ist unter dem Namen Patrick Musyoki, der einzige realistische Ausweg aus der Armut. Als Kind einer Farmerfamilie in ärmlichen Verhältnissen im östlichen Kenia aufgewachsen, motivierte ihn die Chance auf ein besseres Leben zum Training.

„Es war mein Ziel, ein besseres Leben führen zu können. Und ich sah, wie viel Geld im Straßenlauf zu verdienen ist“, erzählt Patrick Makau, der aus der gleichen Gegend stammt wie der frühere Chicago-Marathon-Sieger Patrick Ivuti und der Rotterdam-Gewinner von 2005, Jimmy Muindi. „Ich habe gesehen, dass es ihren Familien durch ihre Erfolge besser ging. Ich hörte ihre Namen im Radio und las sie in den Zeitungen – ich wollte so werden wie sie.“

Es war dann Jimmy Muindi, der Patrick Makau bei einem Schulwettkampf laufen sah und ihm 2004 seine Hilfe anbot. Im Juli 2005 lief er sein erstes Rennen im Ausland: In Tansania gewann Patrick Makau einen 25-km-Lauf. Nach weiteren Erfolgen in Kenia konnte er im April 2006 erstmals in Europa starten: In Tarsus (Türkei) gewann er unter kuriosen Umständen einen Halbmarathon.

„Es war mein erstes Rennen außerhalb Afrikas und ich war unerfahren. Keiner wies mich richtig ein und so verpasste ich den Start. Als ich schließlich loslief, waren die anderen schon 100 Meter weit weg. Zudem war es mein erstes Rennen in Adidas-Laufschuhen. Und nach einem Kilometer ging der erste Schnürsenkel auf. Ich stoppte und band den Schuh wieder zu. Als dasselbe dann nach 15 km auch mit dem zweiten Schuh passierte, lief ich mit dem offenen Schnürsenkel weiter“, erinnert sich Patrick Makau, der dort den Briten Ian Ladbrooke traf, der seitdem sein Manager ist.

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