Stärke durch Laufen

Nach Halbmarathon kam der Berlin-Marathon

RUNNER'S WORLD: 2008 wurde bei Ihnen Brustkrebs diagnostiziert. Hat das Ihre Laufziele beeinflusst?
Miriam Pielhau: Ja, ich schwor mir, dass ich jetzt erst recht jeden Tag laufe. Und so habe ich es auch getan. Während der Chemotherapie lief ich so langsam wie eine Schnecke, aber ich habe mich dennoch nachher immer stärker als vorher gefühlt. Jeder Lauf fiel mir zu Beginn so schwer, aber ich spürte auch, wie Schritt für Schritt Energie in meinen Körper zurückfloss.

RUNNER'S WORLD: Nur drei Wochen nach Beendigung der Chemotherapie sind Sie Ihren ersten Halbmarathon gelaufen.
Miriam Pielhau: Ich war zuvor bei einem Lauf irgendwie in einen Flow gekommen. Ich ­wollte der schlechten Laune davonlaufen und stellte schließlich ent­geistert fest, dass ich knapp zwei Stunden unterwegs war. Da wusste ich, dass ich einen Halbmarathon schaffen könnte. Drei Wochen später brauchte ich dafür 2:20 Stunden.

RUNNER'S WORLD: Und jetzt haben Sie sogar in Berlin Ihren ersten Marathon gefinisht.
Miriam Pielhau: Bis Kilometer 25 hatte ich größten Respekt vor der Herausforderung. Aber als ich merkte, dass ich bestens vorbereitet war, habe ich sogar noch mal auf die Tube drücken können. Nach 4:55 Stunden bin ich ultra-glücklich ins Ziel gekommen. Das war exakt der 7:00-Minuten-pro-Kilo­meter-Schnitt, den ich mir vorge­nommen hatte. Und das Schönste: Ich hatte auch nach dem Rennen überhaupt keine Beschwerden.

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Ein Lauf mit Miriam Pielhau


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