Eckart von Hirschhausen

Musik, Tanzen, Sex

Dr. med. Eckart von Hirschhausen mit Fans an der Strecke

Musik und Tanzen sind für Dr. med. Eckart von Hirschhausen wichtig.

Bild: Ralf Graner

Nehmen Sie sich für das neue Jahr gute Vorsätze? Welchen Wunsch haben Sie für das Jahr 2010?

Ich bin, was neue Vorsätze angeht, immer sehr umweltbewusst. Ich benutze die gleichen vom letzten Jahr immer noch mal. Ich recycle gute Vorsätze. Der Vorsatz lautet natürlich, sich mehr zu bewegen. Der Vorsatz lautet aber auch konkret mehr Musik zu machen und vielleicht auch mit Musik mich zu bewegen, sprich zu tanzen. Ich habe einmal zwei Wochen in einer Community gelebt, in der sie regelmäßig mittags zwei Stunden getanzt haben. Das war in Indien. Man denkt erst mal: häh? Aber wenn man das regelmäßig macht! Was ich beim Laufen ein bisschen vermisse ist die Variabilität der Bewegung. Einerseits muss es, um in diesen Trancezustand zu kommen, gleichförmig sein. Auf der anderen Seite - das schöne Erlebnis beim Tanzen ist, wenn dein eigener Körper dich überrascht. Also, wenn du in einer Form die Kontrolle abgibst über eine Bewegung.

Das ist so ähnlich, wie ich es im Buch über Sexualität schreibe: Wenn du aufhörst darüber nachzudenken und wenn du den Dingen seinen natürlichen Lauf lässt, wenn es nicht mehr um Willenskontrolle geht, sondern um Loslassen. Das kann ich mit dem Laufen erreichen. Aber bei mir geht das viel schneller, wenn ich zu Musik tanze. Dann bewegt sich mein Körper und ich weiß nicht mehr, was als nächstes kommt. Und das ist ein ganz tolles Gefühl. Ich kann auch über Stunden auf der Tanzfläche verbringen. Ich brauche dann auch nicht in einer Disco an der Bar zu stehen, das finde ich total öde.

Wie ich das herausgefunden habe, da gibt es in meinem Buch eine kleine Geschichte: Als ich einmal in einer Disco war, wo ich keine Sau kannte. Das war auf einer Radtour mit Freunden. Bis dahin dachte ich immer, ich könnte nicht tanzen. So ähnlich wie mit dem Singen, da hat man ja oft so eine Hemmung und denkt: Wie sieht denn das aus? Man macht sich tierisch Sorgen darüber, was die anderen denken und so. Aber da war es mir egal, weil wir unterwegs waren mit Kumpeln. Ich habe drei Stunden abgetanzt und tierisch Spaß gehabt dabei. Meine Freunde sagten dann beim nach Hause gehen: Wir wussten gar nicht, dass du tanzen kannst. Sagte ich: Wirklich ehrlich, das wusste ich auch nicht. Das sind so die Momente, die ich jedem wünsche. Diese Momente, wo man sich so frei fühlt von Sorgen und von Ängsten.

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