Olympische Spiele

Mo Farah will Marathon laufen

Der britische Doppelolympiasieger Mo Farah kann sich vorstellen, in Zukunft auch über die Marathon-Distanz an den Start zu gehen.

Mo Farah und Usain Bolt

Mo Farah und Usain Bolt hatten im Londoner Olympiastadion mächtig Spaß.

Bild: photorun.net

Nachdem Mo Farah mit seinem Doppelsieg über 5.000 und 10.000 m bei den Olympischen Spielen in London Sportgeschichte geschrieben hatte, bedankte er sich bei den Zuschauern. „Die Zuschauer haben mich enorm vorangetrieben. Ohne sie wäre das wahrscheinlich nicht möglich gewesen. Ich hätte vielleicht nicht so hart kämpfen können“, erklärte der Londoner, der in seiner Heimatstadt eine Anfeuerung erhielt wie man sie in der Leichtathletik wohl noch nie erlebt hat. „Es war so laut im Stadion als ob bei einem Fußballspiel ein Tor geschossen wurde.“ Besonders auf der letzten Runde war es ohrenbetäubend laut im Olympiastadion. „In dieser letzten Runde habe ich mir einfach nur gesagt, lass keinen mehr an dir vorbei“, sagte Mo Farah, der nun in einer Reihe steht mit den Langstreckenlegenden der olympischen Leichtathletik-Historie. „Zu jenen größten Läufern zu gehören, die bei Olympia das Langstrecken-Doppel schafften – wie zum Beispiel Lasse Viren oder Kenenisa Bekele –, das ist hervorragend für mich.“

Nach seinem Doppelsieg blickte Mo Farah auch in die Zukunft und erklärte: „Ich will Marathon laufen, aber zunächst werde ich noch weiter 5.000 und 10.000 Meter rennen. Es gibt noch mehr Medaillen, die ich gewinnen möchte. Bezüglich der nächsten Olympischen Spiele in Rio kann ich noch nicht sagen, welche Distanz ich dort gegebenenfalls laufen werde.“ Doch schon im nächsten Monat zieht es Mo Farah auf die Straße: Am 16. September startet er beim Bupa Great North Run in Newcastle. Beim größten Halbmarathon der Welt trifft der Olympiasieger auf Äthiopiens Superstar Haile Gebrselassie. Vorher wird er noch beim Diamond League-Meeting in Birmingham am 26. August laufen.

Als Achtjähriger war Mo Farah aus Somalia nach London gekommen. Er hat afrikanische Wurzeln, ist aber in Großbritannien aufgewachsen. „Als ich damals zu meinem Vater kam, der bereits in London lebte, änderte sich das Leben für mich. Für ihn war es sehr wichtig, dass ich gut in der Schule bin. Ich liebte es, Sport zu treiben und zu laufen. Immer wenn ich zum Laufen ging, fragte mich mein Vater, ob ich schon meine Schularbeiten gemacht hatte“, erzählte Mo Farah, dessen Talent für Langstrecken von seinem Sportlehrer Alan Watkinson entdeckt wurde. „Er überzeugte mich davon, mit dem Fußball aufzuhören und stattdessen mit der Leichtathletik zu beginnen. Er brachte mich zu dem lokalen Leichtathletik-Verein, wo alles begann.“

Der Trainer, der ihn später in die europäische Spitze und dann in die Weltklasse führte, war Alan Storey. Mo Farah gewann eine Reihe von europäischen Titeln: Zum Beispiel war er 2001 Junioren-Europameister über 5.000 Meter. Später wurde er Crosslauf-Europameister 2006 und Hallen-Europameister über 3.000 Meter 2009 und 2011. Bereits bei den Titelkämpfen in Barcelona 2010 gelang ihm ein Doppelsieg über 5.000 und 10.000 Meter.

Mit der Hilfe seines Londoner Managers Ricky Simms trainierte Mo Farah zeitweilig in Kenia und auch Äthiopien. Als er sah, wie die afrikanischen Topathleten leben, wusste er, dass er seinen Lebensstil ändern musste, um erfolgreich zu sein. „Das einzige, was die Kenianer machten, war essen, schlafen und trainieren“, erzählt er und fügte hinzu: „In früheren Zeiten dachte ich Athleten wie Haile Gebrselassie seien unantastbar. Aber du kannst genauso gut werden wie sie, wenn du bereit bist, sehr hart zu trainieren.“

Anfang 2011 entschied sich Mo Farah zu einem Trainerwechsel. Er schloss sich der Gruppe von Alberto Salazar in Oregon (USA) an und lebt zeitweilig in Amerika. „Salazar war selbst ein erfolgreicher Athlet“, erklärte Mo Farah, warum er glaubte, dass der neue Coach ihn zu noch größeren Erfolgen führen würde. Der Amerikaner Galen Rupp, der im 10.000-m-Finale Silber gewann und über 5.000 m Rang sieben belegte, wurde sein Trainingspartner und enger Freund. „Wir sind locker und haben viel Spaß zusammen, zum Beispiel wenn wir Play Station spielen. Aber wir helfen uns auch in Rennen gegenseitig. Alberto Salazar macht alles für uns“, erklärte Mo Farah, der sich bei allen seinen bisherigen Trainern für die Unterstützung bedankte.

Seit Mo Farah bei dem früheren New York-Marathon-Sieger Salazar trainiert, ist er noch stärker geworden. Bei den Weltmeisterschaften in Daegu 2011 hatte er den Langstrecken-Doppelsieg nur knapp verpasst. Über 10.000 m gewann er Silber, über 5.000 m dann Gold. Jetzt hat er es in seiner Heimatstadt geschafft und hätte dabei keine bessere Bühne finden können als die olympische. „Ich hoffe, dass wir mit unseren Leistungen junge Athleten inspirieren konnten“, sagte Mo Farah.

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