Dieter Baumann

Mit HIBIT zum besseren Fußballspieler

HIIT, NE, HIBIT - Dieter Baumann testet die neuesten Trainingsmethoden beim Laufen und erfindet eine eigene. Tipps für Fußballprofis inklusive.

Fußballer

Zum High Intensity Berglauf-Intervall-Training (HIBIT) lädt Dieter Baumann diese Woche Jupp Heynckes und Arjen Robben ein.

Bild: Tobi Grimm / pixelio.de

Lauf der Woche
Samstag 19.05.2012
Ort: Stuttgart
HIIT, NE, HIBIT


Ich melde mich vom Dauerlaufen – ruhig, langsam, wie es meine Art ist. Der Lauf ist ja schon wieder eine Weile her, aber wirkt immer noch nach. So ist das eben, wenn wir NE ins Training einbauen. NEUE ELEMENTE!

Zum Beispiel HIIT. Übersetzt heißt das – Intervall-Läufe. Gut, die Experten von heute haben noch „HI“ davor gepackt. Das ist nicht die Begrüßung der Trainingsgruppe. Das HI steht für !Hoch Intensiv! – deshalb auch mit zwei Ausrufezeichen geschrieben. Das erste Ausrufezeichen steht für: „Achtung, jetzt komme ich“, das zweite für: „Wir leben noch!“

Das „HI“ könnte auch für einen ganz anderen Mann stehen, der am Samstag vergangener Woche Geschichte geschrieben hat. Arjen Robben. Aber bevor ich auf den Holländer im bayrischen Trikot komme, möchte noch ein Satz zum „IT“ der neuen Trainingsform sagen. Am Freitag nämlich erfand ich in aller Bescheidenheit eine neue Trainingsform – ich machte ein „BIT“ Training. Hallo? Ich trinke doch kein Bier, nein, ich absolvierte ein Berg-Intervall-Training. Wurmlinger Kapelle und so. Wenn mal einer in meine Gegend kommt: einfach anrufen, freue mich über jeden Trainingskollegen. Eine kleine Warnung muss ich an dieser Stelle allerdings hinzufügen. Aus dem BIT-Training kann auch sehr leicht ein HIBIT-Training werden. Ich sage nur: Gruppendynamik.

Nach so einem HIBIT-Training muss natürlich ein REG kommen. Das wiederum sagt keiner dieser neuen Trainingsexperten. Also so ein Lauf, bei dem man einfach so vor sich hin REG`t. Der war bei mir am Samstag in Stuttgart. Ich könnte auch sagen, mir tat alles weh, denn so ein HIBIT geht in die Knochen. Und wahrscheinlich spürte der Robben nach dem Spiel auch alle seine Knochen. Was ein Spiel: zuerst HI (!Hoch Intensiv! Achtung, jetzt komme ich – dann: wir leben noch) Aber vor allem das IT - Intervall-Training. 20 Ecken hat der Kerl im Champions League-Finale gegen gegen Chelsea geschossen. Zwanzig! Alle auf den Kopf eines Engländers. Das war die hohe Kunst eines Hoch-Intensiv-Intervall-Trainings. Keiner konnte ihn stoppen. Auch zu jedem Freistoß lief er an und schoss das Leder über das Tor. Wie gut wäre es gewesen, wenn auf der bayrischen Bank ein Coach dieser neuen Generation gesessen hätte. Einer, der vor lauter HI und IT und HIBITs sofort den Ausweg gesehen hätte. NE wäre angesagt gewesen. Neue Elemente. Kann denn kein anderer Spieler eine vernünftige Ecke schlagen? Eine Ecke, die zum eigenen Mann kommt. Das waren die mit den roten Hemden. Rot und orange liegen in der Farbskala doch nahe zusammen. Zu guter Letzt schnappte sich Robben noch beim Elfmeter den Ball.

Aber da war das Spiel ohnehin schon entschieden. Ein großer Trainerirrtum fand in der 85. Minute statt. Die Auswechslung von Thomas Müller. Ich bitte den Jupp zur Trainerfortbildung nach Tübingen. Den Robben kann er gleich mitbringen. Da machen wir ein BIT, Wurmlinger Kapelle und so. Aber hinterher keine Klagen von wegen, ich hätte niemanden gewarnt.

Dieter Baumann – Brot und Spiele

Bild: Ulrich Metz

Dieter Baumann spielt Theater:

Brot und Spiele


Die nächsten Termine:

15.06.2012 - Stuttgart - Theaterhaus Stuttgart
07.07.2012 - Abtsgmünd
21.09.2012 - Tübingen - Sudhaus

Regie: Carola Schwelien
nach dem Roman von Siegfried Lenz

Dieter Baumann probiert etwas Neues - kein zweites Comedyprogramm - und doch bleibt er sich treu. Er ist und bleibt Geschichtenerzähler. Er erzählt - liest - spielt, welch Überraschung, die Geschichte eines Läufers.

www.dieterbaumann.de

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