Läufer berichten

Mit "Fun Runs" zum Idealgewicht

Abnehmen kann Spaß machen: Martin Hascher berichtet, wie er mit "Fun Runs" in 10 Monaten 25 Kilo abnahm.

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Ein halbes Jahr nach seinem Laufeinstieg: Martin Hascher gertenschlank beim 7,2-km-Marktlauf in Pfaffenhofen.

Bild: privat

Abnehmen muss nicht non Stopp Verzicht bedeuten. „Es macht auch Spaß und man braucht nicht jeden Tag Kalorien zählen“, sagt Martin Hascher. In zehn Monaten nahm er mit einer ungewöhnlichen Lauf- und Ess-Strategie 25 Kilo.

„Ich mach am liebsten Fun Run“, sagt der 45-jährige Rechtsanwalt. Fun Run, so nennt Martin seine Runden querfeldein, am liebsten durch den tiefsten Wald. Dabei läuft er mitten durchs Unterholz, springt hier und dort über einen kleinen Busch oder Fluss. Wenn der Fluss zu breit ist, sucht er sich einen Baumstamm oder andere Querungsmöglichkeiten. „Solche Läufe sind absolut abenteuerlich, ich brauch das.“ Martins Einstellung: Die Zeit für solche Spielereien muss schon sein, man darf das Leben und Laufen nicht in Minuten messen. Daher schaut er auch eher selten auf die Uhr. Im Alltag muss er das als Rechtsanwalt in seiner Kanzlei oft genug tun. Beim Laufen dagegen will er einfach nur Spaß haben. „Für mich sind die schönsten Läufe die Naturerlebnisse, wenn ich Rehe oder andere Wildtiere im Wald sehe.“

Er ist ein Lauftalent, das sieht man schon an seinen austrainierten Beinen. Seine Bestzeit auf der 5-km-Strecke liegt momentan bei beachtlichen 21 Minuten, und das nur ein Jahr nach seinem Laufeinstieg. Bei seinem Anblick mit den schnellen dünnen Beinen ist es kaum zu glauben, dass er noch vor eineinhalb Jahren 100 Kilo wog. „Das glaubt mir keiner, der mich heute kennen lernt und ich kann’s mir selber nicht mehr vorstellen.“ Heute wiegt Martin ein super Läufergewicht von 71 Kilo bei 1,85 Metern. Er ist gertenschlank und hat Läuferbeine, die jedenfalls optisch gesehen einem Dieter Baumann Konkurrenz machen. „So schlank war ich zuletzt als Jugendlicher in der zehnten Klasse.“ Martin stieg jahrelang nicht auf der Waage. In seiner Studentenzeit war er noch recht schlank, mit dem ersten Job kam der Stress. Dann gründete er Familie und es blieb kaum mehr Zeit, sich Gedanken über Sport oder gesunde Ernährung zu machen. Er aß deftig und nahm zu. „Als meine Frau Martina und ich uns kennen gelernt haben, wog sie so um die 60 und ich 80 Kilo. Doch durch das deftige und viele Essen und wenig Bewegung nahmen wir beide kontinuierlich zu.“


Derselbe Mensch: Martin vor einem Jahr mit 100 Kilo.

Bild: privat

Die Blutwerte gaben den Ausschlag

„Ein ausschlaggebendes Erlebnis für meine Ernährungsumstellung und den Laufeinstieg war eine Untersuchung der Blutwerte bei Dr. Horst Hohmuth, der ärztliche Leiter des Menfit- Instituts in Ulm.“ Seine Praxis ist ein auf Männer spezialisiertes Institut für Präventions- und Sportmedizin, das ein Universal-Konzept zur Beratung in Lebens- und Gesundheitsfragen anbietet. „Herr Hohmuth legte mir das Laufen ans Herz, denn die Blutwerte waren nicht in Ordnung. Das Cortisol war stark erhöht und ich hatte zu wenig Serotonin als Gegenspieler von Cortisol.“ Cortisol ist ein Steroidhormon der Nebennierenrinde: Es entsteht aus Cholesterin. Serotonin dagegen ist die Komponente des Serums, die den Druck in den Blutgefäßen reguliert. „Daraufhin haben wir begonnen, unsere Ernährung komplett umzustellen.“ Dabei wählten Martin und Martina ein interessantes Ernährungskonzept, bei dem sie auf eine stark reduzierte Kalorienbilanz achteten. Doch nicht auf die Tagesbilanz, sondern auf die Wochenbilanz wurde strengstens geschaut. Sie achteten darauf, jeder für sich, nicht mehr als 11000 Kalorien pro Woche zu verzehren. „Dabei gönnten wir uns einen Tag die Woche, an dem wir so richtig schlemmten mit Festessen wie Raclette oder anderen Dickmachern." Die Strategie dahinter: Der Körper sollte sich nie auf Notzeiten einstellen. „Dann ändert sich nämlich der Grundumsatz und sinkt ab. Das passierte uns nicht, denn wir haben ihm somit einen neuen Reiz gegeben.“

Zusätzlich zu dem individuellen Diätkonzept gab es eine extra Portion Bewegung. „Mein Laufeinstieg bestand aus einem ständigen Wechsel von einer Minute laufen und einer Minute gehen.“ Dieses Programm steigerte er wöchentlich. Im März 2007 fing er an zu laufen, nach zweieinhalb Monaten lief er bereits drei Kilometer am Stück. Auch Martina begann wieder mit Sport. „So eine komplette Umstellung der Gewohnheiten, das geht meiner Meinung nach in einer Ehe am besten gemeinsam.“ Martin arbeitete sich in die thailändische Kochkunst ein.

Zu zweit fällt's leichter

Bereits ein halbes Jahr nach seinem Einstieg startete er bei einer Laufveranstaltung: „Bei meinem ersten Volkslauf lief ich die 7,2-km-Strecke in 34 Minuten.“ Aber am liebsten macht er nach wie vor „Funläufe“ durch den Wald und über Felder.

Mit der erhöhten Dosis Bewegung und der Ernährungsumstellung haben Martin und Martina in einem halben Jahr gewaltig abgenommen: „Meine Frau wiegt heute ein Frauen-Idealgewicht von 60 Kilo, vorher wog sie über 80. Und ich bin auch sehr glücklich mit meinen 70 Kilo.“

Fahrplan zum Erfolg Mit diesen 5 Regeln hat Martin abgenommen

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