Toms Top Ten

Mentales Training

Als Läufer haben wir viele Quellen geistiger Inspiration, doch für die Steuerung der Gedanken beim Laufen empfiehlt unser Kolumnist Tom diese 10 Methoden des Mentalen Trainings.

Mentales Training

Raus gehen und Laufen ist der Schlüssel zu mehr Kreativität und Gelassenheit.

Bild: Gerd Altmann/ladyoak.com / pixelio.de

10. Negatives Nachbild: Wenn Sie lange auf ein Bild schauen und danach auf eine weiße Fläche, sehen Sie dort das Negativ. Das geht auch mit Problemen. Stellen Sie sich eines beim Laufen en détail vor. Dann denken Sie an nichts. Das Erste, das Ihnen danach durch den Kopf geht, ist Ihre unterbewusste Problemlösung. Auch wenn sie auf den ersten Blick vielleicht nicht so aussieht.

9. Assoziationskette: Sprechen Sie alle paar Minuten oder bei jedem Kilometer das Wort, das Ihnen gerade durch den Kopf geht, in Ihr Smartphone. Nach zehn Worten konstruieren Sie daraus eine Story. So bekommt Ihr Lauf eine Geschichte, die Ihnen viel über sich verrät. Gerade das Finale wird interessant.

8. Essen: Stellen Sie sich beim Laufen ein leckeres Drei-Gänge-Menü vor. Wenn Sie Glück haben, fühlen Sie sich hinterher richtig satt. Falls nicht, belohnen sich hinterher mit einem der Gänge. Immerhin werden Sie den intensiv genießen.

7. Musik: Denken ist nicht nur Sprache. Sondern zum Beispiel auch Musik. Schalten Sie Ihr Sprachzentrum aus, halten Sie sich an Schritte, Atem, Puls, und werden Sie Rhythmus. Die Strecke wird unter Ihnen nur so dahinfliegen.

6. Rechnen: 18 Prozent unseres Kalorienverbrauchs passiert im Gehirn. Es gibt Leute, die sich beim Laufen Rechenaufgaben stellen, um Ihren Kalorienverbrauch zu maximieren. Fakt ist: Was wir in Bewegung lernen, prägt sich intensiver ein.

5. Meditation: Es ist nicht leicht, beim Laufen an gar nichts zu denken und ganz aufmerksam im Augenblick zu verweilen. Irgendwann schweifen Sie ab. Fokussieren Sie einfach auf ganz einfache Vorgänge, Ihren Atem, Ihre Schritte, Geräusche der Natur. Spüren Sie dem nach – manchmal entdecken Sie Erstaunliches.

4. Gelassenheit: Trainieren Sie, Affirmationen wie „ich bin ganz ruhig“ oder „ich kann loslassen“ gezielt zu vergessen. Denn wenn Sie ab und zu beim Laufen an physische Grenzen gehen, haben Ihnen die Belastungen des Alltags ohnehin nur noch wenig an.

3. Kreativität: Wie richtiges Gewitter passieren Gedankenblitze in erster Linie dort, wo Sie bei kreativer Arbeit selten sind: draußen. Der Schlüssel zu Kreativität ist also nicht intensiveres Denken, sondern einfach rausgehen und laufen.

2. Verlangen: Was Sie haben und sein wollen, entsteht in Ihrem Kopf. Dessen Ideen sind beschränkt, gerade im Alltag. Manchmal wissen Sie gar nicht, was Sie wollen, weil Sie es sich schlichtweg nicht vorstellen können. Weil Ihr Verlangen von Gedankenmüll beherrscht wird. Lassen Sie es beim Laufen von der Leine. Es wird eine vielversprechende Spur aufnehmen.

1. Sinnschärfung: Fast alle beschriebenen Effekte lassen sich mit einfachen Tricks nach der Regel „Abweichung von der Norm“ verstärken. Wenn Sie beispielsweise im Schottenrock laufen, gehen Ihnen plötzlich ganz neue Sachen durch den Kopf. Und in puncto neuer Laufrhythmus, oder eher „Gemächte-Groove“, siehe Punkt 7.

Mehr von Tom alias Marvin Running zwischen zwei (realen oder virtuellen) Buchdeckeln.

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