Dieter Baumann

Maloche vom ersten Schritt an

Dieser Lauf war harte Arbeit, Maloche vom ersten Schritt an. Und alles nur wegen dieser GPS-Uhr, die Dieter Baumann nicht liegen lassen konnte.

Dieter Baumann: Lauf der Woche

Dieser Lauf war harte Arbeit, Maloche vom ersten Schritt an.

Bild: Privat

Lauf der Woche
Donnerstag 10.05.2012
Ort: Tübingen – 4-km-Runde
Tempowechsel – Malochen, laufen und dann schwimmen


Ich melde mich vom Dauerlaufen. Was für ein Lauf! Nein keine Kür – eher ein Malocherprogramm. Harte Arbeit.

Doch bevor ich zum Laufen komme, folgendes: Jemand hat mir eine Uhr geschickt. Ja, einfach so, per Post. Plötzlich war ein Paket da und drin war eine Uhr. Mit GPS, Puls, alles also was so reingehört in eine Uhr. Wahrscheinlich ging irgendjemandem dieses „Laufen nach Gefühl“ auf die Nerven. Zuerst dachte ich, es war Martin Grüning. Aber der schwor, er war es nicht. Was tun?

Das Motto für 2012 „Laufen nach Gefühl“ oder der Slogan „Ohne Zeiten zur Bestleistung“ gilt immer noch, aber die Uhr, die musste ich einfach probieren. Und ich muss sagen: Es war super. Endlich habe ich es vom Display der Uhr ablesen können, was ich schon immer wusste: Ich bin so was von langsam!

Das Programm war 8 x 500 Meter mit 500 Meter Trabpause. Nein, nicht wirklich traben, eher sollte es ein flottes Dauerlauftempo sein. Noch vor einer Woche hätte diese Angabe völlig gereicht, aber jetzt, unter der Kontrolle der GPS-Puls-Uhr machte ich Druck. Acht Kilometer wollte ich unter vier Minuten laufen, davon 500 Meter schnelles und 500 langsames Lauftempo.

Nein, es war keine Kür. Es war Arbeit, es war Maloche vom ersten Schritt an. Kür wäre es gewesen, wenn ich noch zwei Läufe draufgepackt hätte. Einfach so. Aus acht mach zehn. Doch so war es nicht. Der Schnitt pendelte zwischen 3:48 und 3:53 Minuten. Der Puls lag zwischen 168 und 186 Schlägen. Die Höhenmeter: 33 Meter auf der gesamten Strecke, und die Temperatur betrug 28 Grad. Ja, so eine Uhr ist klasse. Noch schlimmer – ja, beim Laufen geht es wie im richtigen Leben auch immer noch schlimmer – die Trabpause: 4:30iger Tempo! Ok, es war heiß, ich schwitzte, ich kämpfte, und jetzt, genau an dieser Stelle des Tempoprogrammes, wurde es gut. Sehr gut sogar. Denn von Lauf zu Lauf kämpfte ich mehr, hing mich rein, versuchte den Schritt – den auch, aber vor allem den Schnitt – zu halten. Kämpfen, gegen die Unform, gegen die Hitze, gegen die Uhr.

Und während meines Bemühens um einen guten Schnitt, rechnete ich mir Zielzeiten aus. Was ist machbar, wohin könnte ein Training gehen, wo liegen die Stolpersteine. Und dann nach dem letzten Lauf war sie da, die Zielzeit für den Halbmarathon im Herbst. Nein, die verrate ich jetzt (noch) nicht, kann nur so viel verraten: es ist ein langer Weg.

„Die Kür“, dachte ich mir beim Auslaufen, „die Kür hebe ich mir bis in vier Wochen auf. Dann laufe ich 10 x 500 Meter – Gesamtlänge 10 Kilometer – Schnitt mindestens in…“, in diesem Moment fuhr eine Radfahrerin an mir vorbei. Ich schreckte aus meiner Gedankenwelt auf, sie rief mir zu: „Dieter, du musst zum Schwimmen gehen!“

Schwimmen? Nein, ich muss laufen, immer weiter, nach Gefühl, mit GPS und dann die Kür und überhaupt. Schwimmen? Verrückt.

Dieter Baumann – Brot und Spiele

Bild: Ulrich Metz

Dieter Baumann spielt Theater:

Brot und Spiele


In Karlsruhe im Tollhaus
am Mi. 23.05.2012 um 20:00 Uhr

Brot und Spiele – mit Dieter Baumann
Regie: Carola Schwelien
nach dem Roman von Siegfried Lenz

Dieter Baumann probiert etwas Neues - kein zweites Comedyprogramm - und doch bleibt er sich treu. Er ist und bleibt Geschichtenerzähler. Er erzählt - liest - spielt, welch Überraschung, die Geschichte eines Läufers.

www.dieterbaumann.de

Dieter Baumann: Lauf der Woche:

Ein Loblied auf die "old school" ...