Marvin Running

Laufen? Voll porno!

Die neuste Theorie von Marvin Running lautet: Laufen ist bloß die Befriedigung niederer Instinkte.

Laufen? Voll porno!

Bild: Kooperator / pixelio.de

Man sublimiert, wenn man nicht gesellschaftsfähige Triebwünsche in kulturell anerkannte Verhaltensweisen überführt. Alles klar? Das heißt nichts weiter als: Sublimierung ist mein Feind. Denn Triebe, oh Leute, habe ich mehr als Dominique Strauss-Kahn Zimmermädchen. Praktisch keiner davon ist ansatzweise gesellschaftsfähig. Jedenfalls nicht in der Öffentlichkeit. Das ist ein Problem.

Leider ist Sublimierung auch nicht wirklich eine Lösung… Ich meine, man nehme sich beispielsweise die sportliche Herausforderung, das Verlangen nach tabuloser Nächstenliebe in ein gepflegtes Dinner zu zweit zu überführen.

Das ist kein Spaß. Man hat nur das eine im Kopf und muss sich ständig zusammennehmen: Werden zu Beginn Brötchen gereicht, sollte man nicht zu impulsiv die Olive im Martini beknabbern. Und wer so gedanken- wie hemmungslos die Zähne in die Hühnerkeule schlägt, kann sich die Hoffnung auf weitere fleischliche Genüsse im Verlauf des Abends wohl abschminken. Serviert man zum Nachtisch irgendwas zum Schlecken, steigt der Sublimierungsaufwand so entsetzlich an, dass er sich häufig in unnatürlich weit geöffneten Augen abzeichnet. Nicht gut: Welche menschliche Arterhaltungskandidatin möchte sich schon fühlen, als werde sie von einer Waldohreule angebalzt. Da verhindert auch kauzigstes Verhalten nicht mehr das D-Date.

Daher habe ich eine Theorie über das Laufen entwickelt: Es greift deshalb so um sich, weil es nichts weiter ist als sublimierter Arterhaltungsdrang. Ein Gefühlscocktail aus Trieb und sozialer Rechtfertigung. Sex on the Brooks, gewissermaßen.

Die Parallelen sind auffällig und wahrscheinlich ein Grund dafür, dass sich Laufdates völlig unsublimiert verbreiten: Mitten zwischen Spaziergängern und Picknickern kann man sich rhythmisch, verschwitzt und rotbackig in hautenger Reizwäsche vergnügen. Zum Ende hin noch eine Tempoverschärfung, man kommt gleichzeitig an - und darf dann auch mal völlig entkräftet zusammensacken und stöhnen: „Das war gut!“ Und wenn man wieder bei Atem ist, knabbert man die Karotte danach.

Aber, liebe Läuferinnen und Läufer, ein Vorschlag von mir: Wenn ihr schon alle laufen müsst, legt eure Primärinstinke, also mich, nicht völlig zu den Akt-Akten. Sondern lenkt die Laufenergie ruhig mal dahin, wo sie gebraucht wird. Nämlich zu mir. Muss ja nicht gleich in aller Öffentlichkeit sein.

Bekenntnisse eines Schweinehunds:

Fit wie ein Wal