Katrin Göring-Eckardt

Laufen ist spirituell

Katrin Göring-Eckardt ist neben Politikerin auch Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Katrin Göring-Eckardt

Laufen macht zwar auch in Berlin Spaß, aber in der Natur läuft Katrin Göring-Eckardt lieber.

Bild: Eilmeldung / Wikipedia

Käme für Sie auch mal ein Wettkampf in Frage?
Nein, ich mache das nur für mich selbst. Ich habe aus Joke im letzten Jahr zusammen mit drei Grünen-Frauen am Stadtlauf in Gotha teilgenommen. Wir wurden als Team sogar Dritte. Aber das war eine Ausnahme.

Was kann die Politik tun, um mehr für einen gesunden Lebenstil zu werben?
Der wichtigste Punkt ist Wissen. Beim Thema Ernährung hat Renate Künast in ihrer Zeit als Ministerin viel dafür getan, dass man darüber redet, was man eigentlich isst. Schule ist für diese Vermittlung ein ganz wichtiger Ort. Aber nicht nur in Form von Lernen, sondern auch in Form von Erleben. In der Pause muss es richtiges Essen geben und die Möglichkeit, draußen herumzurennen. Politik kann helfen, das zu ermöglichen. Ich halte aber nichts davon, alle zu verdonnern, nur Bestimmtes zu essen oder irgendeine Art Sport zu machen.

Hat denn Ihr Sportunterricht Sie zu Bewegung animiert?
Nein, im Gegenteil. Nachdem ich beim Ausdauerlauf über 2.000 Meter zweimal ohnmächtig wurde, wurde ich davon sogar ärztlich befreit.

Setzen Sie bei der Aufklärung von Älteren auch auf Information? Wenn sich herumspräche, dass 70-Jährige so fit sein können wie 40-Jährige, dürften wir der weiteren Alterung der Gesellschaft gelassen entgegen sehen.
Information ist das eine, das andere sind Angebote. Ich denke da zum Beispiel an die Fitnessgeräte für Ältere in öffentlichen Parks, an Treffpunkte für gemeinsame Walkingtouren oder an Tanzangebote. Meine Eltern waren beide Tanzlehrer, ich weiß also, dass Tanzen ein echter Sport ist.

Als Vizepräsidentin des Bundestages haben Sie den Überblick: Welche Fraktion ist die fitteste?
Natürlich die Grünen... – aber im Ernst: Ich glaube, das ist mehr eine Generationenfrage. Besonders bei den Jüngeren spielt Fitness eine große Rolle.

Eine Frage an die Kirchenrepräsentantin: Hat Laufen für Sie auch etwas Spirituelles?
Ich denke beim Laufen – aber in der Regel nicht das, was ich mir vorgenommen habe. Da gibt es dann auch Situationen, wo ich merke, dass ich mit Gott rede. Aber das sehe ich nicht als spirituelle Übung. Beim Laufen wird der Geist frei, sucht sich einen Weg – und landet eben manchmal auch beim Gebet.

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