Marvin Running

Laufen in Zeiten des Web 2.0

Laufen und bloggen - das erlaubt Einblicke in die menschliche Psyche, die man besser gar nicht haben sollte.

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Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

„Bloggen ist toll“, meint Herrchen.

Ich antworte: „Sag mir die Suchbegriffe, mit denen die Leute auf deine Homepage kommen, und ich sage dir, wer du bist.“ Und in seinem Fall ist das beispielsweise „orgasmus auf power plate“, „geister zoo loch graben“, „intervalltraining indianer“, „erdgänge grabende tiere“, „schwule banane“ oder „nackt hinhocken fotos“.

„Das sind Ausnahmen“, meint Herrchen.

Okay, ich gebe zu, die Versuchung war groß. Ich habe nachgeschaut, an wievielter Stelle wir auf Google unter „schwule banane“ auftauchen. Weit bin ich nicht gekommen, nur etwa bis Position 619, aber bis dahin war von unserer Seite noch nichts zu sehen. Die Frage, welches Begehr jemanden mit „schwuler banane“ im Sinn durch hunderte von Seiten treibt, bis er sich schließlich zu uns verirrt, ist…

„Ach, manche Dinge sollte man sich lieber nicht ausmalen“, wiegelt Herrchen ab.

„Du bist selbst schuld. Man muss nicht bloggen. Genauso wenig muss man laufen.“

„Die Läufer wissen, wie gut ihnen ihr Hobby tut, welche Belohnungen es bringt.“„Das beruht auf derselben Selbsttäuschung, der Opus Dei Anhänger unterliegen, wenn sie sich eine Stachelkette um den Oberschenkel schnüren“, sage ich.

„Blogger wissen es auch, wie es sich anfühlt, sich zu motivieren, sich hinaus zu trauen, es laufen zu lassen…“ „Was willst du mir sagen?“

„Bloggen, Marvin, bloggen ist ein wenig wie laufen für die Seele.“
„Oh Himmel, reicht es nicht schon, wenn du deinen Körper quälst? Muss es jetzt auch noch die Seele sein? Warum tust du uns das an?“

Er lädt einen neuen Beitrag auf unseren Blog. Bald werden die ersten Besucher ihn aufrufen. Wahrscheinlich mit den Suchbegriffen „schotterstraße schalldruck“ oder „der letzte schrei amarillo“.

Er sagt: „Eigentlich ist die Antwort genau die gleiche wie beim Laufen: Tue, was du tust, um zu erleben, dass du es tust.“ Das lasse ich jetzt einfach mal so hanebüchen, wie es ist, im Raum stehen.

Bekenntnisse eines Schweinehunds:

Fighten für die Figur