Toms Top Ten

Laufen im Fokus von Dichtern und Denkern

Tom teilt die Menschheit in zwei Lager: Die Dichter und die Denker. Die Denker denken im warmen Ohrensessel, die Dichter laufen draußen in der Winterkälte.

Laufen im Fokus von Dichtern und Denkern

Ein Dichter unterwegs.

Bild: Tom

Manchmal könnte man den Eindruck gewinnen, die Menschheit spaltet sich in zwei Lager: Die, die etwas machen, und die, die das kritisieren, sozusagen in „Dichter“ und „Denker“. Um zu zeigen, wie beide ticken, stellen wir uns (e t w a s überzeichnet) einen Denker im warmen Ohrensessel vor und einen Dichter als Läufer draußen in der Winterkälte.

10. Der Denker erwägt die Vor- und Nachteile des Laufens und zieht nach eingehender Analyse den Sessel vor. Der Dichter rennt leichtsinnig los und erlebt Dinge, die er sich nie hätte vorstellen können.

9. Weil der Denker so viel denkt, denkt er, er denkt richtig. Punkt. Für den armen Dichter ist „richtig“ unerreichbar. Er muss sich mit einer immerwährenden Pilgerei in Richtung „besser“ begnügen.

8. Der Denker neigt den Kopf, legt die Fingerspitzen aneinander und lächelt wissend: Ich denke, also bin ich. Dem Dichter ist dieser Beweis verwehrt, ihm bleibt nur, draußen im Schweiße seines Angesichts zu spüren: Ich lebe.

7. Der Denker nippt einen Schluck alkoholfreies Weizen, spült ihn im Mund hin und her und entdeckt Noten von „gerösteter Gerste“ und „reifem Granatapfel“, die sein sensibles Bierempfinden irritieren. Der Dichter kommt nach dem Laufen nach Hause, kippt eine Flasche alkoholfreies Bier und seufzt: „Das etwas so Günstiges so gut sein kann!“

6. Der Denker sieht den Läufer draußen in dünner Kleidung und lernt: Es gibt immer mehr Idioten auf der Welt. Der Dichter draußen lernt: Phantastisch, was unser Körper beim Laufen alles ab kann.

5. Denker seufzen: Was ist denn da wieder passiert? Dichter sagen: Ich sorge jetzt mal dafür, d a s s hier etwas passiert.

4. Für den Denker sind bestimmte Personen oder Schriften die Leuchttürme im Gedanken-Meer. Dichter haben ein weniger inniges Verhältnis zu Autorität. Lieber um Verzeihung bitten als um Erlaubnis fragen.

3. Der Denker will Sach- und Gefühlsebene trennen, weil doch Emotionen seine Urteilskraft schwächen. Dichter finden: Wenn ich schon nachdenken muss, sollte ich mich wenigstens gut dabei fühlen, also geh ich jetzt mal laufen.

2. Der Denker erklärt seinen Enkeln: Sport ist sinnlose Zeitverschwendung! Man verdient damit kein Geld und im Alter ist die Leistung eh weg. Der Dichter erzählt ihnen: Schaut mal, das sind die Fotos, wo ich durch den Grand Canyon gelaufen bin!

1. Denker fasziniert Unerreichbares wie Politikgrößen, Pianisten, Philosophien. Dichter fasziniert vor allem das, was ihnen erreichbar scheint.


Die Bücher von Marvin Running alias Tom: Mehr Spaß am Laufen

Toms Top Ten:

Lauf-Hightech: Ein Hauch von Nerds